Fleischindustrie in NRW: Ab Mittwoch gelten neue Corona-Regeln

Coronavirus

Nach hohen Infektionszahlen in Schlachthöfen in NRW gelten für Mitarbeiter der Fleischindustrie ab Mittwoch (1.7) neue Regeln zur Eingrenzung der Corona-Pandemie. Diese Betriebe sind betroffen.

Düsseldorf

01.07.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die neue Vorgabe gilt ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten.

Die neue Vorgabe gilt ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. © picture alliance /dpa

Ab Mittwoch müssen die Betriebe in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche auf das Corona-Virus testen lassen. Das schreibt eine Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen vor.

Neue Vorgabe gilt ab Mittwoch, 1. Juli

Die neue Vorgabe gilt ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten und unabhängig davon, ob es sich um eigene Beschäftigte oder Werkvertragsnehmer handele, teilte das NRW-Ministerium für Arbeit und Gesundheit in Düsseldorf mit.

In der entsprechenden neuen Allgemeinverfügung heißt es wörtlich: „Es dürfen nur Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf Kosten des Betriebsinhabers auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben.“

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Die Testung könne im Poolverfahren erfolgen. Die Auswertung müsse durch ein anerkanntes Labor erfolgen. Die Test-Nachweise seien in dem Betrieb vorzuhalten. Die Verfügung enthält auch umfangreiche Dokumentationspflichten: Die Unternehmen würden verpflichtet, die Namen und Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsadressen sämtlicher auf dem Betriebsgelände anwesender Personen zu erheben und für vier Wochen aufzubewahren, hieß es.

Bekämpfung: Frühzeitiges Erkennen von Infektionen ist ein zentraler Schlüssel

„Die Vorfälle in Coesfeld und Gütersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten“, sagte Landesminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Mitteilung. Das frühzeitige Erkennen von Infektionen sei ein zentraler Schlüssel bei der Bekämpfung des Virus. Auch die Kontaktdaten seien wichtig.

„Es kann nicht sein, dass bei einem Ausbruchsgeschehen die Behörden vor Ort tagelang diesen Daten hinterherlaufen müssen“, betonte er. Der Branchenriese Westfleisch aus Münster hatte zuvor mitgeteilt, dass er künftig jeden Tag alle Mitarbeiter testen lassen werde. Im Laufe der neuen Woche würden die täglichen Tests aller rund 5000 Produktionsmitarbeiter und produktionsnahen Beschäftigten beginnen.

„Mit unseren Tests an jedem Wochentag werden wir noch schneller infizierte Personen identifizieren und Infektionsketten entsprechend frühzeitig unterbrechen können“, teilte der geschäftsführende Vorstand Steen Sönnichsen mit. Seit gut vier Wochen teste das Unternehmen schon im Wochenrhythmus alle Produktionsmitarbeiter, nun werde die Taktfolge erhöht.

dpa

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