Fliegerwrack liegt unter Asselner Feld

Recherche-Erfolg

Spannender Fund in Asseln: Tatsächlich liegt das Wrack eines deutschen Kampfflugzeuges – unter einer dicken Erdschicht begraben – in einem Asselner Feld. Hans Reimund Hahn hat den Fall nach Jahrzehnten aufgeklärt. Die eigene Flak hatte den Nachtjäger abgeschossen.

ASSELN

von Von Uwe Brodersen

, 01.11.2011, 10:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine solche Ju 88 liegt im Feld in Asseln.

Eine solche Ju 88 liegt im Feld in Asseln.

 Die Besatzung bestand aus dem Flugzeugführer, Oberleutnant Hans Steffen aus Köln-Mülheim (Jahrgang 1922), sowie den Unteroffizieren Josef Knon aus Passau (Bordfunker, Jhg. 1920), Helmut Uttler aus Oetzsch bei Leipzig (Bordmessfunker, Jhg. 1919) und Friedrich Krebber aus Oberhausen-Osterfeld (Bordschütze, Jhg. 1924). Die Namen wurden ihm von der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) in Berlin bestätigt. Die Grabstellen der vier Soldaten fand Hahn auf dem Hauptfriedhof.

 „Die Nachtjagdflugzeuge wurden in der Nacht zum 1. Januar 1945 dazu eingesetzt, die deutschen Bomber zum Angriff auf die Flugplätze in Belgien, Holland und Frankreich – Unternehmen Bodenplatte – zu leiten“, schildert Hobby-Historiker Hahn den Hergang. Der Literatur sei zu entnehmen, dass sich der Einsatz an diesem Tag verspätet hatte. Die deutsche Flugabwehr (Flak), so Hahn weiter, sei darüber nicht informiert worden. Befehlsgemäß habe sie ab einer festgelegten Uhrzeit geschossen. „So wurden schon im Einsatzgebiet 60 bis 70 eigene Flugzeuge von der deutschen Flugabwehr über Belgien, Holland und Frankreich getroffen“, erklärt er.  Die Ju 88 überstand diese Phase unbeschadet, wurde dann aber etwa drei Kilometer vor dem Erreichen des Flugplatzes Brackel beim Landeanflug von der eigenen Flak an einem Flügel getroffen. Sie stürzte senkrecht zu Boden. „Ein Fall von ‚friendly fire‘“, stellt Hahn fest.  

 Die Absturzstelle liege zwischen Asseln und Fleier und sei zu erreichen, wenn man der Teerstraße nördlich der Einmündung der OW III a auf die Asselburg-/Kurler Straße folge. Diese Teerchaussee sei die ehemalige Rollbahn gewesen, über die im Morgengrauen die heimgekehrten Nachtjagdflugzeuge mit Pferdefuhrwerken in ihre Waldverstecke gebracht wurden. „Verluste durch Eigenbeschuss sind häufig gewesen“, weiß der Geschichtsinteressierte. Hans Reimund Hahn glaubt nicht, dass das Flugzeug noch geborgen werden kann.

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