„Koalition der Willigen“ soll Flüchtlingskinder aufnehmen – Mit dieser Zahl rechnet Deutschland

Flüchtlinge

Im Koalitionsausschuss haben sich die Beteiligten auf die Aufnahme von unbegleiteten Flüchtlingskindern ausgesprochen. Der Ausschuss nennt dabei auch eine Zahl der aufzunehmenden Kinder.

Frankfurt

09.03.2020, 09:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gemeinsam mit anderen EU-Ländern möchte Deutschland unbegleitete Flüchtlingskinder aufnehmen.

Gemeinsam mit anderen EU-Ländern möchte Deutschland unbegleitete Flüchtlingskinder aufnehmen. © picture alliance/dpa

Die Spitzen von Union und SPD setzen nach den Worten von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf eine sogenannte „Koalition der Willigen“, um gemeinsam mit weiteren europäischen Ländern besonders hilfsbedürftige Flüchtlingskinder von griechischen Inseln aufzunehmen. Es gehe dabei um 1000 bis 1500 Kinder und Jugendliche, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag im Deutschlandfunk nach entsprechenden Beratungen im Koalitionsausschuss in der Nacht in Berlin.

Noch sei unklar, welche Länder sich neben Deutschland an der Aufnahme beteiligen. Nach den Worten des CDU-Vorsitzenden ist es Aufgabe der EU-Innenminister, über das Verfahren zur Aufnahme zu verhandeln.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken räumte im „Morgenmagazin“ des ZDF ein, dass weiterhin auch die Versorgung in den griechischen Lagern unterstützt werden müsse. Gleichwohl sei sie froh über die Entscheidung im Koalitionsausschuss sowie die entsprechende Bereitschaft mehrerer EU-Mitgliedsländer.

Aufnahme muss europäische koordiniert werden

Esken sagte zudem, dass möglicherweise auch die Mittel für die Türkei aufgestockt werden müssten. Auch dort sei die Zahl der Flüchtlinge gestiegen, die von der Türkei gut untergebracht und versorgt würden, sagte sie vor einem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Abend in Brüssel.

Angesichts der Lage der Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze forderte Diakoniepräsident Ulrich Lilie, auch von dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sofort aufzunehmen. Griechenland müsse entlastet werden, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag).

„So weit wie irgend möglich muss die Aufnahme europäisch koordiniert sein, aber wir können jetzt nicht warten, bis auch der letzte Mitgliedstaat die Brisanz der Lage erkannt hat“, sagte der Präsident der Diakonie Deutschland. „Unsere Werte sind mit den derzeitigen Zuständen in Griechenland, ob auf den Inseln oder an der Grenze, nicht in Einklang zu bringen“, fügte Lilie hinzu.

RND/epd

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