Flüchtlingsarbeit: Verein sucht dringend neue Räume

"Mengede hilft"

184 Wohnungen für Flüchtlinge haben sie in den vergangenen Monaten mit Möbeln ausgestattet und bis zu den Sommerferien 382 Familien mit Kleidung ausgeholfen: Die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer des Vereins "Mengede hilft" ist sehr beeindruckend. Nun funkt das Team um Vorsitzende Elke Kock SOS: Denn schon in Kürze könnten die Ehrenamtler ohne Räume für ihre Kleiderkammer dastehen.

MENGEDE

, 03.11.2016, 01:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Flüchtlingsarbeit: Verein sucht dringend neue Räume

Im Februar hat der Verein "Mengede hilft" die Räume an der Dörwerstraße übernommen und im April Kleiderkammer und Möbellager eröffnet. Nun sucht das ehrenamtliche Team um Elke Kock (r.) dringend neue Räumlichkeiten.

Der Grund: Der ehemalige Rewe-Markt an der Dörwer-straße, den der Verein seit Februar 2016 kostenlos für seine Flüchtlingsarbeit nutzt, wird abgerissen. Auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal sollen eine Kindertagesstätte mit angegliederter Demenzwohngruppe und ein Mehrfamilienhaus entstehen.

„Die Nachricht hat unter den Flüchtlingen für große Beunruhigung gesorgt“, berichtet Elke Kock. Verständlich – denn an der Dörwerstraße gab und gibt es für die hilfsbedürftigen Menschen vielmehr als nur Kleider und Möbel. „Wir begleiten sie zu Ämtern und Ärzten oder helfen ihnen bei schulischen Belangen. Es sind viele herzliche Kontakte entstanden. Die Menschen schätzen einfach auch das persönliche Gespräch“, berichtet Elke Kock.

Deutschunterricht für Flüchtlinge

Was der Mengeder Verein noch bietet: Deutschunterricht für Flüchtlinge. Sechs Ehrenamtliche, darunter pensionierte Lehrer, bringen zurzeit 60 Erwachsenen Deutsch für den alltäglichen Gebrauch bei. Für dieses Angebot wurde glücklicherweise schon eine neue Lösung gefunden. „Die Noah-Kirchengemeinde stellt uns für den Deutschunterricht Räume in Nette und Oestrich zur Verfügung“, berichtet Elke Kock.

Nicht erfolgreich war hingegen die intensive Suche nach neuen Räumen für die Kleiderkammer. Selbst Bezirksbürgermeister und Vereinskassierer Willi Tölch, der so gut wie kaum einer im Stadtbezirk vernetzt ist, konnte bislang nicht fündig werden. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, ein Ersatzdomizil für dieses wertvolle Projekt zu finden“, so Tölch. Was die Suche erschwert: Der Verein kann keine Miete zahlen. „Höchstens eine symbolische. Unsere Rücklagen aus Spenden und Vereinsbeiträgen wären nach einem halben Jahr aufgebraucht“, so Elke Kock.

Sobald die Abrissgenehmigung vorliegt, bleiben der Vorsitzenden und ihrer Mannschaft nicht viel Zeit: „Dann müssen wir innerhalb von sieben Tagen das Lager räumen. Deshalb nehmen wir Möbel nicht mehr an, sondern transportieren sie, wenn möglich, direkt zur betreffenden Wohnung.“

Spenden können abgegeben werden

Die Kleiderausgabe an der Dörwerstraße geht vorerst unverändert weiter. Das heißt, dass Flüchtlinge zu den Öffnungszeiten (dienstags 10 bis 12 Uhr und freitags 16 bis 18 Uhr) dort Kleidung für sich und ihre Familien kostenlos erhalten. Auch Spenden können dann abgegeben werden. „Zurzeit brauchen wir unbedingt Winterkleidung für große und etwas stabilere Männer“, berichtet Elke Kock. Große Bedarf bestehe auch bei Kinderbetten. „Die werden wir sofort los.“

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