Flüchtlingsheim in Bövinghausen wird nicht benötigt

Sinkende Zahlen

Sinkende Flüchtlingszahlen nehmen der Stadt Dortmund den Druck, in Windeseile neue Unterkünfte zu schaffen. Am Wischlinger Weg wird es in deshalb nächster Zeit kein Container-Dorf geben - und auch die ehemalige Hauptschule Bövinghausen ist aus dem Rennen.

BÖVINGHAUSEN

20.10.2016, 02:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlingsheim in Bövinghausen wird nicht benötigt

Die zwei Millionen Euro teure Sanierung der Hauptschule Bövinghausen ist gestoppt, denn in der ehemaligen Hauptschule werden nun doch keine Flüchtlinge untergebracht.

„Der Standort an der Bövinghausener Straße wird für die übergangsweise Unterbringung von Flüchtlingen nicht mehr unbedingt benötigt“, teilte Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage dieser Zeitung mit. Inzwischen wurden auch die Bauarbeiten für die Herrichtung des alten Schulgebäudes gestoppt, wie Katrin Pinetzki mitteilt. 

Rund zwei Millionen Euro hätte es gekostet, die ehemalige Hauptschule als Übergangsunterkunft für rund 220 Bewohner herzurichten. Zudem war ursprünglich geplant, auf dem weitläufigen Schulhof Container für Flüchtlinge aufzustellen. Im Herbst 2015 hatte die Stadt die Bövinghauser im Rahmen eines Informationsabends über ihre Pläne informiert. Die sind nun vom Tisch. CDU-Ratsvertreter Heinz Neumann begrüßt diesen Schritt der Verwaltung. „Es ist lobenswert, dass kein Geld mehr in das Schulgebäude gesteckt wird“, so Neumann in einer Stellungnahme. Zwischenzeitlich habe die Stadt noch erwogen, das Gebäude für Auffangklassen, also wieder für den Schulunterricht zu nutzen“, so Neumann, das aber mit dem Baustopp wieder verworfen.

Fragenkatalog an die Verwaltung 

Für die CDU stellt sich jetzt die Frage, was aus dem Gebäude und dem Grundstück wird. In der nächsten Bezirksvertretungssitzung am Dienstag (25.10., ab 17 Uhr im Haus der Sozialen Dienste, Werner Straße 10) will die CDU einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung weiterreichen.

Welche Entwicklung sich die Union für die Fläche wünscht, hat sie bereits 2011 formuliert: Wohnbebauung. „Auch die zuständige Verwaltung hat jetzt schon derartige Überlegungen angestellt. Auf dem 170 000 Quadratmeter großen Gelände könnten ca. 100 Wohneinheiten entstehen. Dafür sollte umgehend ein Bebauungsplan aufgestellt werden, das wäre ein gewaltiger Schritt für die positive Entwicklung unseres Ortes und des gesamten Stadtbezirks“, so Neumann.

Auch die SPD spricht sich grundsätzlich für Wohnbebauung aus. „Das war ja bereits eine Forderung der Bezirksvertretung, bevor die Verwaltung wegen des hohen Flüchtlingsdrucks gezwungen war, diese Planungen auf Eis zu legen“, sagt Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp.

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Auch die ehemalige Grundschule Kley am Kleyer Weg hatwegen der sinkenden Zahlen als Unterkunft für Flüchtlinge keine Zukunft mehr. Der Standort sei außerdem sehr klein und lasse sich deshalb dauerhaft nicht wirtschaftlich betreiben, so Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp. Zurzeit sind in der ehemaligen Grundschule unbegleitete jugendliche Flüchtlinge untergebracht.