Fördergelder wegen Bauverzögerung in Gefahr

Musikzentrum

Der Fund von Schadstoffen in der Erde könnten den Bau des Musikzentrums deutlich teurer machen. Wenn der Bau nicht bis Mitte 2015 steht, droht dem Millionenprojekt der Verlust von Fördergeldern. Dass der Kostenrahmen gehalten werden kann, kann Stadtdirektor Michael Townsend nicht garantieren, sagt er.

BOCHUM

30.05.2014, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fördergelder wegen Bauverzögerung in Gefahr

Für das Musikzentrum sind ursprünglich 33 Millionen Euro Baukosten veranschlagt. Jetzt droht eine Kostensteigerung von mehreren hunderttausend Euro.

Um spätere Geruchsbelästigungen und Schäden am und im Musikzentrum zu vermeiden, entschied sich die Stadt, die kontaminierte Erde abzutragen. Da jedoch weite Teile einer eingebauten Bodenplatte bereits fertiggestellt waren, musste sie an der Fundstelle zunächst zerstört und später wieder hergestellt werden. Bis zuletzt waren für das neue Zuhause der Bochumer Symphoniker rund 33 Millionen Euro eingeplant gewesen. Townsend schloss nicht aus, dass wegen der Schadstoffe die Baukosten um mehrere hunderttausend Euro steigen könnten. „Mit dem Fund war nach den Prüfungen des Erdreichs einfach nicht zu rechnen“, sagte er.

Wegen des Fundes lägen die Bauarbeiten sieben bis acht Wochen in Verzug. Bis Mitte 2015 müsse das Musikzentrum jedoch stehen, um Fördergelder der EU in Höhe von sieben Millionen Euro zu erhalten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die verlorene Zeit wieder einholen werden“, sagte der Stadtdirektor. Dennoch könne er aufgrund des engen Budgets für das Projekt keine Garantie geben, dass der beschlossene Kostenrahmen eingehalten werde. Angesichts der möglichen Mehrkosten sehen sich die Gegner des Projekts in ihrer Kritik bestätigt. „Es überrascht uns nicht, dass es teuer wird, das war allen bewusst. Das ist einfach erschreckend“, sagte der Sprecher der politischen Initiative „Die Stadtgestalter“, Gregor Sommer. Die Bürger hätten über den städtischen Haushalt das Risiko für den Neubau zu tragen. Sollten weitere Kosten entstehen, sei fraglich, wo die klamme Stadt noch weiter sparen wolle. „Wahrscheinlich trifft es dann wieder die Bäder und Schulen“, sagte Sommer.Umverteilung der Gelder Nach Ansicht des ehemaligen Grünen-Fraktionsvorsitzenden und Projektkenners Wolfgang Cordes muss die Stadt jetzt nach Einsparungen suchen: „Es ist klar, dass die Kosten jetzt an anderer Stelle eingespart werden müssen.“ Laut Stadtdirektor Townsend sollen mithilfe von Materialalternativen am Bau Gelder umverteilt werden. Details hierzu konnte er gestern nicht nennen. Werde der Kostenrahmen überschritten, müsse die Stadt die zusätzlichen Kosten tragen, sagte der Dezernent. Dazu wäre jedoch ein neuer Ratsbeschluss notwendig. 

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