Folkwang Museum zeigt kunterbunte Farbspektren aus der Hand von Glühwürmchen

"China 8"

Neun Museen in acht Städten stellen bei der Mega-Schau "China 8" aus. Das Museum Folkwang in Essen ist mit zeitgenössischer Fotokunst am Start. Düstere Fotoarbeiten treffen in Essen auf experimentelle Kunst. Ziemlich schräg sind die Werke Jiang Pengyi, bei denen Glühwürmchen zum Einsatz kommen.

ESSEN

, 11.05.2015, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Folkwang Museum zeigt kunterbunte Farbspektren aus der Hand von Glühwürmchen

Das Foto "Countryside Factory - East of Nanjing" von Liang Weizhou thematisiert die Industrialisierung Chinas. Die gemalten Elemente verdeutlichen, welche Kunstrichtung Liang Weizhou vor der Fotokunst ausübte: Er war Maler.

Das Museum Folkwang ist bekannt für seine herausragende Sammlung von Fotokunst. Nicht verwunderlich also, dass in Essen chinesische Fotoarbeiten ausgestellt sind. "Works in Progress" heißt die Schau und bewegt sich zwischen düsterer Alltagsfotografie und experimenteller Fotokunst.

Experimentell deshalb, weil etwa Künstler wie Jiang Pengyi Glühwürmchen in eine Box mit unbelichtetem Filmmaterial bugsierten und daraus die Fotoreihe "Dark Addiction" machten. Kunterbunte Farbspektren kamen heraus, großformatig hängen sie in Essen nun an der Wand. Die Schau zeigt auch viel Schwarz-Weiß-Fotografie, aus der grelle Farben den einzigen Hoffnungsschimmer in einer anonymisierten Großstadtwelt zu sein scheinen.

Großstadt ist beliebtes Thema

Und überhaupt: die Großstadt ist ein beliebtes Thema, bei chinesischen Fotografen. Hochhäuser von unten, Hochhäuser von oben. Mal mit Demonstranten aus Hong Kong, mal zeigen sie Hochhäuser aus der Innenperspektive. Der rasante Wandel Chinas mit seinen Riesenstädten, die blinde Urbanisierungswut scheint das Land zu beschäftigen. Der kritisch-künstlerische Blick darf nicht fehlen.

Kritisch wird es auch in den Arbeiten von Mo Yi. Ironisch formulierte Kritik an der Politik steckt hinter seinen abstrakten Bildern, die zum Beispiel ein bunt verpixeltes Konterfei Maos zeigen. Gespickt sind seine Bilder mit historischen Parolen ("Durch deine Führung geht es mir gut"), die mit Namen ermordeter oder verfolgter Personen kombiniert werden.