Fotoausstellung mit Motiven der Montanindustrie Oberschlesiens

Zeche Zollern

Dürfen auf einer Fotoausstellung mit Bildern der Montanindustrie Oberschlesiens Fördertürme fehlen? Ja, weil Fotograf Thomas Voßbeck ganz bewusst auf Klischees verzichten wollte. Das Ergebnis ist sehenswert, bisweilen verblüffend und dennoch sind die Motive vertraut.

BÖVINGHAUSEN

von Von Matthias vom Büchel

, 16.11.2010, 15:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Thomas Parent, stellvertretender Direktor des LWL-Industriemuseums, mit Leszek Jodlinski, Fotograf Thomas Vossbeck und Richard Ortmann (von links).

Dr. Thomas Parent, stellvertretender Direktor des LWL-Industriemuseums, mit Leszek Jodlinski, Fotograf Thomas Vossbeck und Richard Ortmann (von links).

Dass dem Betrachter auf den 46 großformatigen Fotografien einiges trotzdem so vertraut vorkommt, wie zum Beispiel die Elektro-Fördermaschine der Zeche Wieczorek in Kattowitz, die stark an die Maschine auf der Zeche Zollern erinnert, liegt an den deutschen Wurzeln der schlesischen Montanindustrie. So wurde die Zeche Wieczorek nämlich auch von den Zollverein-Architekten Fritz Schupp und Martin Kemmer entworfen. Flankiert wird die Ausstellung durch Klangkompositionen von Richard Ortmann, der die Industriegeräusche Oberschlesiens aufgezeichnet hat, bevor sie ebenso wie die Gebäude durch den Industriewandel verschwinden werden. Mit seiner Ausstellung "Struktur und Architektur – das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens" auf der Galerie der ehemaligen Werkstatt der Zeche Zollern setzt Thomas Voßbeck der Region ein künstlerisches Denkmal.

Das Projekt wurde von Europareportage und dem Deutschen Kulturforum "östliches Europa" in Zusammenarbeit mit dem schlesischen Museum Katowice realisiert. Dessen Direktor Leszek Jodlinski war zur Ausstellungseröffnung anwesend. Zeitgleich zu Voßbecks Fotoausstellung auf Zollern, Grubenweg 5, ist die Ausstellung Montanrevier des Industriemuseums in der Akademie der Künste in Kattowitz zu sehen.

  • Die Ausstellung ist bis zum 1.5.2011, jeweils dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr zu sehen.