Fotos und Anekdoten vom Alltag auf der Zeche Elisabeth

Buch ist geplant

Verbissen ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber wenn sich Burkhard Treude einmal in ein historisches Thema reingekniet hat, dann weiß man nie so recht, wo das endet. Im Falle der Kleinzeche Elisabeth endet es wohl mit einem Buch.

BERGHOFEN

, 21.02.2017, 02:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fotos und Anekdoten vom Alltag auf der Zeche Elisabeth

Burkhard Treude arbeitet an einem Buch über die Kleinzeche Elisabeth.

Zusammen mit einem Mitglied des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten soll ein Buch über die Zeche Elisabeth noch in diesem Jahr erscheinen. Dabei hatte der Heimatkundler Burkhard Treude die Bergbaugeschichte in Berghofen und Umgebung gar nicht so recht auf der Karte. Erst durch einen Bericht in der Zeitung über die aktuelle Verfüllung von alten Schächten an der Wittbräucker Straße kam Treude auf die Idee, der Sache mit der Zeche Elisabeth etwas näher auf den Grund zu gehen.

Ausführliche Aufzeichnungen vom Vater

Zugute kommen ihm dabei die „Vorarbeiten“ seines Vaters Helmut Treude, der 1977 verstorben ist. Der Lehrer und Heimatkundler hinterließ einen großen Fundus an Aufzeichnungen über diverse Kleinzechen im Dortmunder Süden. Auch über die Zeche Elisabeth. „Die Aufzeichnungen sind so gut, die könnte man eigentlich so als Buch veröffentlichen“, sagt Burkhard Treude. Zahlen über das lange Zechenleben, kleine Anekdoten über Menschen die auf der Zeche arbeiteten und alte Fotos und Skizzen.

Wobei die Fotos eher die Ausnahme sind. Viel habe es ja nicht gegeben, was man an so einer Kleinzeche hätte sehen können, sagt Treude. Zu den Unterlagen gehört auch ein altes Foto von der Versetzung eines Lochsteines (eine Art Grenzstein) der Zeche Elisabeth – mit dabei Treudes Vater. Auch ein Schwarz-weiß-Foto des alten Betriebsgebäudes ist noch zu finden.

Mundlöcher und Schächte

„Das Betriebsgebäude ist damals abgebrannt und stand an der Unteren Egge. Um 1933 muss das gewesen sein“, sagt Treude. Eine Seltenheit ist auch eine ganz Karte, die Treude von seinem Vater übernommen hat. Auf ihr sind Mundlöchern und Schächte der Zeche Elisabeth im Bereich des Lohbaches und der Wittbräucker Straße eingetragen. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Treude. „Die habe ich den Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg vorgelegt, die gerade die alten Schächte der Zeche an der Wittbräucker Straße verfüllen“. Und sie sei auf großes Interesse gestoßen.

Neben vielen Daten, Zahlen und Fakten sind es die kleinen Anekdötchen, die die Aufzeichnung von Treudes Vater so spannend machen. So wie die Geschichte über den Steiger Potthoff, der um das Jahr 1805 verantwortlich war für die Abpumpvorrichtungen des Grundwassers aus den Schächten. „Dieser war wohl nicht so erfahren im Schreiben und Rechnen, sodass er ohne Hilfe des Schichtmeisters den Steigerzettel nicht ausfüllen konnte“, so Treude. Die Zeche wollte ihn aber doch auf dem Posten behalten: Erstens, weil er sich mit der Technik auskannte, und zweitens, weil er vor Ort wohnte. Das sparte Geld.

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