Fotos zeigen die Ästhetik des Verfalls

Ausstellung

Alte Gefängnisse, Autofriedhöfe oder verlassene Industrieanlagen – was verrottet, hat oft seinen ganz eigenen Charme. Dem widmet sich nun die Neuauflage der Ausstellung urbEXPO. Doch anders als in den Vorjahren, findet sie nicht mehr in der Rotunde statt, sondern im alten Schlegelhaus. Ein Ort, den die Ausstellungsmacher geschickt für ein starkes Begleitprogramm nutzen.

BOCHUM

, 29.07.2015 / Lesedauer: 2 min
Fotos zeigen die Ästhetik des Verfalls

In 69 Fotos beschäftigen sich 21 Fotografen aus ganz Europa mit der Ästhetik des Verfalls. Parallel zeigt die Ausstellung auch die Preisträger des Europäischen Architekturpreises 1995 bis 2013.

Dass das Thema der verlorenen und verlassenen Orte inzwischen keine Nische mehr ist, macht die Größe der Ausstellung deutlich: 21 Fotografen aus Europa stellen im alten Schlegelhaus 69 Fotos aus – und die zeigen vor allem eines: Die mitunter äußerst farbenfrohe HDR-Ästhethik, bei der unterschiedlich belichtete Fotos übereinander gelagert werden, ist immer noch beliebt.

„Der Trend nimmt allerdings allmählich ab“, sagt Olaf Rauch, Initiator der Ausstellung. Der Bochumer organisiert die Ausstellung nun bereits zum vierten Mal – jedoch nun an einem anderen Ort: Der ehemaligen Schlegel-Brauerei am Willy-Brandt-Platz.

Der Umzug ins Schlegel-Haus war nötig geworden, weil die Rotunde derzeit saniert wird. Doch Organisator Rauch nutzt die Gelegenheit geschickt für einen ganz besonderen Programmpunkt: Am Samstag, 8. August, wird es um 18 Uhr die „Schlegel-Geschichte(n)“ zu hören geben.

Auftakt in der Christuskirche

Während das Publikum im Innenhof sitzt, werden Radiomoderator Werner Habighorst und Klaus Joachim Schlegel, Urenkel des Brauereigründers, zu zweit in den Gärkeller herabsteigen und dabei über die Geschichte der Brauerei reden. Das etwas ungewöhnliche Interview wird derweil live in den Innenhof übertragen.

Zudem dürfen sich Musikfreunde auf Samstag, 29. August, freuen. Einen Tag vor Ende der Ausstellung spielt der Pianist Hauschka ein Konzert rund um das Thema „verlassene Städte“ in der Christuskirche direkt gegenüber der Brauerei. In der Kirche findet auch die offizielle Eröffnung an diesem Freitag (31.) statt.

„Wir rechnen mit bis zu 300 Besuchern und dafür sind unsere Ausstellungsräume zu klein“, sagt Rauch. Kurzerhand stellte Pfarrer Thomas Wessel seine Kirche für die Vernissage zur Verfügung. Der Beginn ist um 20 Uhr.  


Geöffnet 31. Juli bis 30. August jeweils mittwochs bis freitags von 15 bis 21 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr.