Frank Goosen debütiert mit „Raketenmänner“ als Bühnenautor

Theater Oberhausen

Seine letztjährige Erfolgsproduktion am Theater Oberhausen, die Dramatisierung seines Romans "So viel Zeit", hat noch Stefanie Carp besorgt. Diesmal jedoch ließ es sich der Bochumer Kabarettist und Schriftsteller Frank Goosen nicht nehmen, selbst als Bühnenautor aktiv zu werden.

OBERHAUSEN

, 27.09.2015, 12:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Feuer und Flamme für den Plattenladen: Wenzel (Thieß Brammer, l.) mit Journalist Kamerke (Torsten Bauer)

Feuer und Flamme für den Plattenladen: Wenzel (Thieß Brammer, l.) mit Journalist Kamerke (Torsten Bauer)

Grundlage für die am Freitagabend im Theater Oberhausen herausgekommenen "Raketenmänner" ist sein gleichnamiger Geschichtenband von 2014. Raketenmänner können auf Knopfdruck alles hinter sich lassen, einfach wegdüsen aus den Routinen und Zwängen in Beruf und Privatleben.

Szenenreigen

Goosens Helden allerdings gelingt das eher weniger. Journalist Kamerke (Torsten Bauer) etwa, der durch seine Recherchen den von Peter Carp inszenierten Szenenreigen zusammenhält, schafft es einfach nicht, seiner Frau ihre Untreue heimzuzahlen. Wie ein schlapper, abgehalfterter Cowboy streift er unschlüssig umher.

Oder Ritter (Eike Weinreich) und Frohnberg (Peter Waros): Der eine fürchtet um seinen Job, der andere, sein Chef, gar die Insolvenz des ganzen Unternehmens. Biedermann Kobusch (Klaus Zwick) verliert Arbeit, Frau und Haus, während sein Jugendfreund Sabolewski (Henry Meyer) sich als Althippie und ewiger Schmarotzer durchschlägt.

Sie alle flüchten sich in nostalgische Träume und verklärte Kindheitserinnerungen. Wirkliche Zukunftsperspektiven: Fehlanzeige - vom jungen Wenzel (Thieß Brammer), der einen alten Plattenladen übernimmt, bis zum Wenzelopa (Hartmut Stanke), den es nur noch nach den "ewigen Jagdgründen" zieht.

Feiner Humor

Bühnenbildnerin Manuela Freigang stellt alle deshalb in einen variablen Illusionsraum, den nach hinten die Leinwand eines alten, heruntergekommenen Kinos abschließt.

Gabriele Rupprecht setzt zuletzt allen Cowboyhüte auf. Gute Nacht, ihr Möchtegernhelden! Ein melancholischer Abend, ausbalanciert durch feinen Humor.

Termine: 30.9, 2./16./ 17.10., 4.11., 4.12.; Karten: Tel. (0208)8578184.

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