Frank Goosen ist der Stammgast beim Zeltfestival

Zum zehnten Mal

Zum Zeltfestival Ruhr in Bochum gehört er wie die Luft zum Atmen. Zum zehnten Mal wurde in diesem Jahr die große Zeltstadt am Kemnader Stausee aufgebaut - und zum zehnten Mal war Frank Goosen mit an Bord. Dabei fehlt das Ruhrgebiet in keiner seiner Geschichten. Wir haben viele Fotos mitgebracht.

BOCHUM

28.08.2017, 11:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frank Goosen ist der Stammgast beim Zeltfestival

Mit seinem brandneuen Programm war Frank Goosen auch im zehnten Jahr in Folge beim Zeltfestival Ruhr vertreten.

„Das 10. Zeltfestival und ich bin der einzige Künstler, der immer dabei war“, verkündet Frank Goosen nicht ohne Stolz zu Beginn im ausverkauften kleinen Zelt. Aber zum ersten Mal feiert der Kabarettist und Roman-Autor in der weißen Stadt am Kemnader See eine Premiere. „Was ist da los?“ So heißt das neue Programm, in dem er Kurzgeschichten liest und um Anekdoten ergänzt.

„Was ist da los? Das fragt man sich im Leben immer wieder“, sagt Goosen und kommt dann für dieses Mal zu dem Schluss: „Keine Ahnung.“ Dazwischen hat er auf vielen Dingen „herumgedacht“. Dabei muss es beim Humor „nicht immer Arcade Fire sein, das darf auch Mal AC/DC sein.“

Skurrile Alltagsbegegnungen

Dennoch sind „Parties, bei denen Bürgersöhne sich auf die Barrikaden soffen“ Randerscheinungen, skurrile Alltagsbegegnungen ergeben seine richtig guten Tage. „Die sogenannte oder auch Liebe“ führt auch zu schlechten, dafür nimmt er sich viel Zeit, beschreibt Szenen seiner Ehe, seinen letzten Liebeskummer davor und Jugendschwärmereien.

Dass „Autor“ in einer ehemals von körperlichem Schaffen beherrschter Region nicht unbedingt als Beruf wahrgenommen wird, bietet ihm zusätzlich Gelegenheit, von früher zu erzählen.

Überhaupt ist etwas Ruhrgebiet in allen Geschichten immer mit dabei, auch auf seinen Reisen, sei es nach Kanada oder einfach mit der Bahn: „Ist im Zug schon die erste Klasse überfüllt, kann ich auch wieder SPD wählen.“ Goosen bleibt seinem detailreich beschreibenden Erzählstil ebenso treu wie seinen Themen.

Fußball darf nicht fehlen

Obwohl schon viel gelacht wurde, fehlt da noch eines, auf das alle gewartet hatten: Fußball. Bevor er sich in eine Wutrede über dessen Kommerzialisierung hineinsteigert, findet er Lob für eine Aktion der Freunde eines Gelsenkirchener Vorortvereins, die das ganze Dilemma beim letzten Auswärtsspiel auf einem Transparent zusammengefasst hatten: „Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterher gereist ist.“