Frank Goosens Heimat ist der Fußball

Zeltfestival

Vier Jahre ist das Zeltfestival alt. Eine Konstante ist der Auftritt von Ruhrgebiets-Romantiker Frank Goosen. Am Samstag, dem vorletzten Tag des Festivals, war er wieder da. Für eine Weihnachtsgeschichte.

BOCHUM/WITTEN

von Von Alexander Füten

, 04.09.2011, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Goosen ist Stammgast beim Zeltfestival.

Frank Goosen ist Stammgast beim Zeltfestival.

Doch zunächst stand der Ruhrgebietsmensch im Mittelpunkt. Goosens Prämisse: „Äußerlich schön sein, ist feige.“ Als Prototyp diente sein Vater, der beim Essen entweder reinhaute („Kerr, lecker die Scheiße“) oder zögerte wie beim Rosenkohl („Wenn dat Auge sich schon weigert…“). Seine Kindheitserinnerungen bei Oma (die selbst im Publikum saß), seine Erlebnisse mit den Schulfreunden Spüli, Pommes und Mücke und die Zeit, wo man zwischen drei Fernsehprogrammen wählen konnte, alles verpackt in echtem „Ruhri-Deutsch“ begeisterte die Zuschauer aufs Neue.  

Dann das Thema Fußball. Das Trauma von 1976, dem 5:6 gegen den großen FC Bayern München mit Beckenbauer, Hoeneß und Müller, sitzt bei jedem VfL-Anhänger noch tief. 4:0 führte der VfL, „nur wenige hätten das Spiel noch verloren. Der VfL hat das hingekriegt“, erinnert sich Goosen. Erst vor vier Jahren führten seine Blau-Weißen mit 4:0 gegen Wolfsburg. „Dat is noch nicht gewonnen“, hörte er auf der VfL-Tribüne.   Frank Goosen setzte in bester Trapattoni-Manier zu einer zehnminütigen Brandrede an. Ein Ruhri mit italienischem Akzent: Prädikat besonders wertvoll. Mit dem Satz „Ich habe Pause“ verließ Goosen die Bühne, um in der zweiten Hälfte seines mehr als zweistündigen Programms von seinen Stadion-Erlebnissen mit Freund Scotty („Das Tier will raus“) und seinem ersten Berufswunsch (Hustinetten-Bär) zu berichten. Messerscharf sezierte Frank Goosen den Ruhrgebietsmenschen - und weil alles so authentisch war, konnten die Zuschauer auch darüber lachen. Fazit mit Goosens Worten: „Nee, wat war der Scheiß schön.“