Französisches Roadmovie "Eyjafjallajökull"

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Roadmovies sind eine Allzweckwaffe im Kino, manchmal auch der Notnagel, der ein klappriges Handlungsgerüst zusammenhält. Man ist unterwegs, gerät in unerwartete Situationen, trifft fremde Leute, kommt reisend zu neuen Einsichten.

03.08.2014, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Französisches Roadmovie "Eyjafjallajökull"

Auf dem unfreiwilligen Roadtrip von München nach Athen erlebt Dany Boon so manche Eskapade.

Das Drehbuch zur französischen Komödie "Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm" nimmt den Ausbruch des isländischen Asche-Spuckers aus dem Jahr 2010 zum Anlass, ein streitsüchtiges Paar auf die Reise zu schicken. Alain (Danny Boon) und Valerie (Valérie Bonneton) sind geschieden, hassen sich leidenschaftlich, müssen aber zur Hochzeit ihrer Tochter nach Korfu.Streit unter Ex-Paar

Ihr Pech, dass der Vulkan den Luftweg unsicher macht. München ist Endstation ihrer Flugreise, sie satteln auf den Mietwagen um. Valerie nimmt notgedrungen als Beifahrerin Platz. Es geht nicht lange gut, sie hat viele Hühnchen zu rupfen mit Alain. Die beiden pflaumen sich an, waschen die Schmutzwäsche vieler Jahre, wollen sich an die Gurgel.

Der Trip wird zum Hindernis-Parcours, das Drehbuch stellt Hürde auf Hürde in den Weg. Mist, der Wagen ist Schrott! Valerie hat vor lauter Nörgelei vergessen, die Handbremse zu ziehen. Vorher hat Alain ihr Handy aus dem Fenster gepfeffert.

Und immer so weiter. Die Verkehrsmittel wechseln, die Gehässigkeit bleibt. Per Bus, per Anhalter, per gekapertem Auto und sogar per Sportflieger geht es durch Österreich, Slowenien, Albanien gen Mittelmeer.

Bietet das Basisrezept des Films nur Hausmannskost, so geizt Regisseur Alexandre Coffre auch noch mit der Würze. Die Kabbeleien des Duos könnten fieser sein, der Witz schwärzer, der Wahnsinn greller. Ein Jesus-Freak mit rollender Arche ist bloß ein Hampelmann aus dem Fundus der Klamotte. Tumult und Chaos werden behauptet, nicht umgesetzt. Aus jeder Patsche öffnet sich ein bequemes Schlupfloch.

Boon und Bonneton spielen und granteln mit gezogener Handbremse. Versöhnung ist immer möglich in einer zahnlosen Wohlfühl-Komödie, die weder aneckt noch jemanden zum Jubeln bringt.

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