Frau muss zusehen, wie ihr Hund vergiftet wird

Jakob wird überleben

Eine 40-Jährige aus Euskirchen und ihr sechs Monate alter Beagle sind am Donnerstag nach Polizeiangaben Opfer von Tierquälern geworden. Einen Tag nach der schrecklichen Tat ist zumindest klar, dass der Hund namens Jakob den Gift-Angriff überleben wird. Doch wer sind die Täter?

Euskirchen

15.01.2016, 06:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oft legen Tierquäler Giftköder für Hunde aus. Der Überfall auf eine Frau aus Euskirchen und ihren Hund ist laut Polizei aber eine neue Qualität von Tierquälerei.

Oft legen Tierquäler Giftköder für Hunde aus. Der Überfall auf eine Frau aus Euskirchen und ihren Hund ist laut Polizei aber eine neue Qualität von Tierquälerei.

Sie wollte nur mit ihrem Hund Gassi gehen - dann musste sie mit ansehen, wie ihr kleiner Jakob vergiftet wurde. Die 40-Jährige war am Mittwochmorgen mit dem Hund spazieren, als ihr ein älteres Paar entgegen kam, wie die Polizei am Donnerstag berichtete. Als die Hundehalterin auf Höhe der beiden etwa 70-Jährigen war, packte sie der Mann an den Armen und hielt sie fest.

Seine Begleiterin hielt dem Hund währenddessen Fleischbällchen hin, die das Tier sofort verschlang - doch die Leckerlis waren vergiftet.

Erste Hinweise auf Täter

Als sich die Frau aus der Umklammerung lösen konnte, flüchtete das Paar auf Fahrrädern. Die 40-Jährige brachte ihren Hund nach dem Vorfall sofort zum Tierarzt. Einen Tag nach der schrecklichen Tat bestätigt die Polizei auf Anfrage, dass Jakob überleben wird. Das Tier außer Lebensgefahr. Aus der Bevölkerung habe es zudem erste Hinweise auf die Täter gegeben. "Diesen gehen wir jetzt nach", so ein Sprecher der Polizei am Freitag. Eine klar tatverdächtige Person gebe es aber noch nicht. 

In die Fleischbällchen sei Schneckenkorn gemischt gewesen - ein Mittel, dass man im Garten etwa gegen Schnecken einsetzt. Die Halterin des Hundes habe berichtet, dass es eine Eigenart des Beagles sei, Futter rasch zu verschlingen, sagte der Sprecher. Auch deshalb sei die Vergiftung so schwerwiegend gewesen.

Dass Giftköder etwa an Wegesrändern ausgelegt werden, sei nichts Neues für die Polizei. Aber dass Hundehalter mit Gewalt angegangen würden, sei eine neue Qualität, sagte der Polizist.

Zahl der Vergiftungen stark angestiegen

Ende 2015 berichtete etwa das Landeskriminalamt in Thüringen, dass die Zahl der polizeilich erfassten Vergiftungen von 2010 bis 2014 stark angestiegen sei. Wurden 2010 noch zehn Vergiftungen angezeigt, seien es vier Jahre später schon 31 gewesen.

Acht Tiere seien 2014 gestorben, nachdem sie Giftköder gefressen hatten. Doch die Täter werden nur selten gestellt. Köder werden nicht nur mit Gift versetzt, es gibt auch Fälle, in denen sie mit Rasierklingen oder Nägeln gespickt werden.

Die Motive können laut Polizei vom Ärger über Hundehaufen und Angst vor freilaufenden Hunden bis hin zu Nachbarschaftsstreitigkeiten oder psychischen Störungen reichen. 

Von dpa