Frauenleiche in Herne: Polizei setzt Belohnung aus

2000 Euro für Hinweise

Es war einer der spektakulärsten Mordfälle für die Polizei Bochum. Zwei Frauenleichen wurden innerhalb weniger Tage in der Nähe der Halde Pluto in Herne gefunden. Ein Mann gestand den Mord an einer der beiden Frauen. Nach wie vor ist unklar, was mit der anderen Frau passiert ist. Nun gibt es neue Erkenntnisse und eine Belohnung für sachdienliche Hinweise.

Bochum

, 06.09.2016, 09:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fall lässt die Polizei Bochum nach wie vor nicht los. Innerhalb einer Woche wurden Mitte Juli in der Nähe der Halde Pluto in Herne zwei Leichen gefunden. Zu der zweiten Leiche führte der mutmaßliche Mörder die Polizei persönlich - die hatte allerdings gedacht, der Mann zeige ihnen lediglich den Fundort der zuvor gefundenen Frauenleiche. 

Die Identität der zweiten Leiche stand schnell fest und der Mann gestand die 36-jährige Frau aus Wanne-Eickel mit seinen Händen erwürgt zu haben. Die Identität der ersten Leiche wurde ein paar Tage später geklärt: Es handelt sich um die 35-jährige Sandra Raasch, die dem Düsseldorfer Obdachlosenmilieu zugerechnet wurde. Nun hat die Mordkommission neue Erkenntnisse und erhofft sich noch mehr Hinweise aus der Bevölkerung - dafür wurde nun sogar noch eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt.

"Wir sind nun puzzleweise dabei, die letzten Stunden im Leben der Sandra Raasch zu rekonstruieren", erklärt Volker Schütte von der Polizei Bochum. Der Fall sei nach wie vor spannend. Am 1. Juli wurde Raasch noch in Düsseldorf gesehen, am 2. Juli gegen 10 Uhr morgens verliert sich ihre Spur dann. Um diese Uhrzeit wurde sie am Fahrradweg Erzbahntrasse zwischen Bochum und Gelsenkirchen gesehen.

Am Abend war sie verabredet, um auf die "Goa Party" in Gelsenkirchen zu gehen, kam dort jedoch nie an. "Das war ihr letztes Lebenszeichen", erklärt Schütte, "danach verliert sich ihre Spur." Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Sandra Raasch nach dem 2. Juli, 10 Uhr, im Bereich Erzbahntrasse, Halde bzw. im Bereich Bickern/ Innenstadtbereich Wanne-Eickel gesehen haben.

Zusammenhang zwischen Mordfällen wird nach wie vor geprüft

Raasch war ca. 1,70 Meter groß und nach neuesten Zeugenaussagen von normaler Statur. Zuletzt bekleidet war sie mit einer blauen Jeanshose sowie hellbeigen Leinenturnschuhen (ähnlich Chucks). Sie hatte nackenlange dunkelblonde Haare, die zu einem Pagenschnitt frisiert waren. Um den Hals sowie an ihren Hand- und Fußgelenken trug sie mehrere Freundschaftsarmbänder sowie Ketten mit zum Teil auffälligen Anhängern. Am linken Handgelenk trug sie ein Armband, wonach sie am 14. Mai 2016 am Festival "Magic Spring" in Köln teilgenommen hat.

Unklar ist, was zwischen dem Morgen des 2. Juli und dem 15. Juli, dem Tag, an dem die Leiche auf der Halde Pluto in Herne gefunden wurde, passiert ist. Die Polizei habe viele Hinweise erhalten, sagt der Polizeisprecher. Vieles ist aber auch noch unklar, zum Beispiel, ob Raasch in Begleitung eines Mannes gesehen wurde. Nach wie vor nicht geklärt ist auch, ob die beiden Mordfälle zusammenhängen. Laut Schütte spreche momentan nichts dafür, allerdings wolle man diese Möglichkeit noch nicht ausschließen. Der 35-jährige Mann aus Gelsenkirchen, der die Polizei zur zweiten Leiche führte und sich momentan in Haft befindet, schweige dazu nach wie vor. Dem Mann wird Mord und Vergewaltigung vorgeworfen.

Das Bochumer Kriminalkommissariat 11 bittet weiterhin unter den Rufnummern 0234 / 909-4110, - 4112 und - 4441 (Kriminalwache) um Zeugenhinweise. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat zur Erlangung von sachdienlichen Hinweisen, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt.

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