Freibad Wellinghofen feiert 90-Jähriges mit Geistern

Hopmanns Mühlenweg

Ein ganz spezieller Ort feiert einen ganz speziellen Geburtstag. Das Freibad Wellinghofen wird am Sonntag (17. 7.) 90 Jahre alt und aus diesem Anlass zum Ort für eine Kunst-Ausstellung. Die „Stahlgeister“ kommen ins Freibad. Und das ist natürlich nicht alles, was die Gäste erwartet. Hier das Programm - und ein Blick zurück.

WELLINGHOFEN

, 15.07.2016, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Freibad Wellinghofen im Jahr 1929, drei Jahre nach seiner Eröffnung.

Das Freibad Wellinghofen im Jahr 1929, drei Jahre nach seiner Eröffnung.

Am Sonntag sind da Live-Musik, viele kleine Aktionen, ein menschlicher Kicker, so wie man es von vielen Festen kennt. Nur, dass drumherum eben die beheizten Becken liegen, die bei gutem Wetter natürlich nutzbar sind. Beginn ist an Hopmanns Mühlenweg um 11 Uhr. Die Sportwelt Dortmund wird auch Fotografien und Originaldokumente aus der Entstehungsphase und den frühen Jahren des Bades ausstellen und auf großen Bildschirmen präsentieren.

Die Historie des Bads

  • Entstanden ist das Bad 1926. Um die Kumpel der stillgelegten Zeche Admiral weiterbeschäftigen zu können, sollten diese ein Freibad ausheben. Wo früher die Werksbahn der Zeche Admiral fuhr, ist heute eine Liegewiese.  
  • Das idyllisch gelegene Bad wurde schnell zu einem der beliebtesten Bäder in Dortmund. Bilder aus den Anfangsjahren zeigen Szenen von Badenachmittagen, die auch im Jahr 2016 spielen könnten. Planschende Kinder, coole Jungs am Rand, die Erwachsenen gemütlich unter dem Sonnenschirm. Nur die Sprungtürme sind aus Holz und mit manch einer Bademode würde sich heute vermutlich niemand mehr ins Freie trauen.  
  • 1957 wurde das Freibad Wellinghofen umfassend erweitert. Zeitungsartikel aus dem Juni vor 59 Jahren berichten vom Abbruch einer alten Schweinemastanstalt, einer großen Einebnung und zusätzlichen Flächen am „früheren Mühlenteich“. Das Fassungsvermögen der Freibäder im Dortmunder Süden musste damals dringend erweitert werden, da Wellinghofen und das Froschloch „auch von vielen Schwimmsportfreunden aus anderen Stadtteilen aufgesucht werden“. Zudem stellt der Autor des Artikels eine „zunehmende Tendenz“ fest, Freibäder auch als Licht- und Luftbäder zu benutzen“. Die Erfindung des Sonnenbadens und des „Sehen-und-Gesehen“-Werdens, Ende der 1950er-Jahre. Die knapp 30 000 Quadratmeter Fläche, die damals geschaffen wurden, hat das Bad noch heute. 

Verändertes Freizeitverhalten 

„Das Freizeitverhalten hat sich in den letzten 20 Jahren verändert“, sagt Claudia Heckmann, Geschäftsführerin der Sportwelt. Hinzu kommen immer unbeständigere Sommer. Nach einem guten Jahr 2015 mit rund 80 000 Besuchern ist der aktuelle Sommer wieder nass und daher schwierig.

Die Veränderung ist auch das Thema des Kunst-Projekts „Stahlgeister“ des Dortmunder Künstlers Franz-Josef Oberkönig, besonders bezogen auf den heutigen Stadtbezirk Hörde. 2011 entstand die Idee, aus dem Erbe des Stahls eigene Wesen zu erschaffen. Eben „Geister“, die das Erbe von Generationen weiter erhalten. Eine Verbindung, die auch für das Freibad Sinn ergibt. In Wellinghofen stehen ab Sonntag diese Skulpturen in Stahl und Holz in verschiedenen Größen, außerdem Acryl-Malereien auf Leinwand und die große Fotomontage „Der Stahlgeist auf dem Hügel am See“.

Für die Feier am Sonntag fällt nur der normale Bad-Eintritt an (Kinder und Jugendliche 2 Euro, Erwachsene 3,50 Euro). Die Ausstellung „Stahlgeister“ ist bis zum Ende der Freibad-Saison (11. September) zu sehen. Am Sonntag wird auch ein neuer Sitzbereich im Freibad eingeweiht.

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