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Freie Szene protestiere gegen anstehende Kürzungen

Rathaus

Noch mehr Kürzungen kann die Freie Szene nicht vertragen. Deswegen trafen sich zahlreiche Mitglieder der freien Bochumer Kulturszene am Donnerstag zum gemeinsamen Prostest vor dem Bochumer Rathaus.

BOCHUM

27.06.2015 / Lesedauer: 3 min
Freie Szene protestiere gegen anstehende Kürzungen

DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt sprach beim Bochumer Kulturstammtisch.

 „Doch Detroit“ steht fett und rot auf einem Plakat. Unter dem Schriftzug sieht man das Opel-Werk 1 in seinem traurigen Abrisszustand. Zahlreiche Akteure aus der Freien Kulturszene hatten sich am Donnerstag vor dem Rathaus versammelt, um beim „Bochumer Kulturstammtisch“ über die aktuelle Lage der Szene zu informieren.Die Geldmittel der Freien Kulturszene sollen um 30 Prozent gekürzt werden – für die Szene selbst eine „existenziell bedrohliche Kürzungsdrohung“. Der Grund für die drohende Kürzung: Die Stadt muss sparen, um ein rund 30 Millionen Euro großes Haushaltsloch zu füllen.

Sparprogramm

Die Szene prangert an, dass zu sparen vielleicht nicht mehr der richtige Weg aus der Misere sei, in der sich die Stadt seit Jahren befindet. Die Verschuldung der Stadt sei ausweglos, solange die Einnahmenseite nicht erhöht wird, hieß es in einer Mitteilung. Man müsse bei der Stadt doch langsam mal sehen, „dass möglicherweise was in der Rechnung nicht stimmt“, sagte DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt. Er bezeichnete die Kultur als Lebensader der Stadt, die nicht noch weiter gekürzt werden dürfte, sondern eher ausgebaut werden sollte. Eine Neiddebatte mit Blick auf „Hochglanzprojekte“ sei absoluter Unsinn, doch man verlange Sicherheiten und eine faire Verteilung. Der Bahnhof Langendreer verzeichne jährlich genauso viele Besucher wie die BoSy, sagte Rolf Stein vom Bahnhof Landendreer. Dennoch kämpfe dieser, so wie weitere kleine Spielstätten und viele freie Künstler, mit ständigen Unsicherheiten und einer dauernden Unterfinanzierung.

Immense Folgen

Die Folgen einer Kürzung wären laut der Szene Szenarien wie ein Stellenabbau, die Insolvenz oder die fehlenden Möglichkeiten, neue Ideen umzusetzen. Diesen Folgen sei sich die Stadt ebenso bewusst wie den Problemen, mit denen die Freie Szene kämpfe, sagte Kulturdezernent Michael Townsend. Er wies darauf hin, dass die momentane Mittelfreigabe von 70 Prozent „nicht das Ende der Fahnenstange“ sei. Er rechne mit weiteren Freigaben. „Wir kümmern uns um die Freie Szene in Bochum, das haben wir immer getan“, sagte Townsend und versicherte, dass man nach wie vor an der Umsetzung einer langfristigen Förderung und somit Planungssicherheit, wie sie die Freie Szene fordert, arbeite.