Freikirche setzt auf Zuwachs

WITTEN Etwa 700 Gläubige aus ganz Deutschland waren am Samstagnachmittag nach Witten gekommen. Im Saalbau wurde Ansgar Hörsting als neuer Präses des Bundes Freier evangelischer (FeG) Gemeinden feierlich in sein Amt eingeführt - denn Witten spielt für die Freikirchen eine tragende Rolle.

von Von Dominic Pakull

, 21.01.2008, 07:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Strauch (li.) mit seinem Nachfolger Ansgar Hörsting.

Peter Strauch (li.) mit seinem Nachfolger Ansgar Hörsting.

In Bommern befindet sich nämlich die Bundesgeschäftsstelle der Freikirchen. Im Vergleich zu den evangelischen Landeskirchen ist die FeG mit ca. 37 000 Mitgliedern aber deutlich kleiner.

Allerdings konnte sie im Gegensatz zum allgemeinen Trend in den letzten Jahren Mitgliederzuwächse verzeichnen. Dementsprechend möchte Ansgar Hörsting in seiner Amtszeit weitere Gläubige für die FeG gewinnen und Gemeinden gründen.

Neben Missionierung auch soziale Projekte

Derzeit gibt es davon 420 in Deutschland, die Wittener Gemeinde zählt etwa 250 Mitglieder. Zudem will der 42-Jährige Grundlagen für ethisches Denken und Handeln aufstellen. Von 1993 bis 1997 war er Gemeindepfarrer in Siegen, bevor er 1998 zur Allianzmission wechselte, die er vom Jahr 2000 an leitete.

Neben der Missionierung initiiert die Allianz auch soziale Projekte. „So versuchen wir zum Beispiel Straßenkinder in Brasilien in Familien zu integrieren und ihnen eine Berufsausbildung zu ermöglichen“, erklärt Peter Strauch.

Präses hat keine „Lehrautorität" wie der Papst

Der 65-jährige wurde am Samstag als Präses der FeG verabschiedet und übergab sein Amt an seinen Nachfolger Ansgar Hörsting. Das höchste Amt der FeG, das jedoch keine „Lehrauthorität“ – wie sie etwa der Papst in der katholischen Kirche hat – beinhaltet, hatte er seit 1991 bekleidet.

Als prägendes Erlebnis nehme er die vielen sozialen Beziehungen und das Vertrauen, das sich daraus ergebe, mit. Über diese Kontakte könne man vieles bewegen. „Denn nicht durch Papiere, sondern soziale Beziehungen kann man Menschen prägen“, sagt Peter Strauch, der von 2000 bis 2006 zudem die Deutsche Evangelische Allianz evangelischer und evangelikaler Christen leitete, unter deren Dach sich die Auslandsmission befindet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler hatten Grußworte zur Amtseinführung geschrieben, Bürgermeisterin Sonja Leidemann war zugegen.