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Freundeskreis zeichnet Nicola Mastroberardino und Kristina Peters aus

Bochumer Theaterpreis

Zweimal hat Nicola Mastroberardino schon eine Dankesrede vorbereitet. Und den Bochumer Theaterpreis nicht bekommen. Diesmal hatte er bewusst keine Rede parat. Und hielt am Ende die Trophäe in den Händen.

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 10.11.2013

Besonders gefreut hat er sich über den Laudator: David Bösch hatte ihm in Telefongesprächen noch vorgegaukelt, er sei in Wien, wo Freitag seine Inszenierung „Mutter Courage“ Premiere hatte. Und dann stand er gestern bei der feierlichen Preisverleihung auf der Bühne der Kammerspiele und erzählte von ihrer 14-jährigen Arbeitsbeziehung und Freundschaft. „Was für ein gut aussehender Mann. Der ist ja schöner als ich“, so schilderte er lächelnd seinen ersten Eindruck. Inzwischen haben sie viel zusammen gearbeitet. Mastroberardino sei ein harter Arbeiter am Detail, verriet der Regisseur: „Er trifft den tiefen Kern einer Figur.“ In „Draußen vor der Tür“ habe er die tief verwundete Seele des Beckmanns gezeigt. Aber er habe eben auch die Komik und Virtuosität. „Was für andere der Hamlet ist, ist für dich der Truffaldino“, spielte er auf die gemeinsame Arbeit in „Diener zweier Herren“ an.

Theaterkritiker Stefan Keim hielt die Laudatio auf die 28-jährige Trägerin des Nachwuchs-Preises. Kristina Peters hat er gerade interviewt, weil sie demnächst den Förderpreis des Landes NRW erhält. So konnte er ein wenig erzählen von der Schauspielerin, deren Weg von den Jugendclubs des Bochumer Schauspielhauses über die Schauspielschule in Bochum bis zu den Engagements bei Anselm Weber erst in Essen, dann in Bochum geführt hat. Für Keim ist sie eine Schauspielerin, die strahlt, die in Rollen wie in „Die Ratten“ Figuren zeigt, die die Hoffnung nie aufgeben. „Das vermittelt auch uns Hoffnung“, so der Laudator. Die Jury überzeugt hat Kristina Peters auch in Inszenierungen wie „Liliom“, „Draußen vor der Tür“ oder „Das Leben ist kein Fahrrad“.

Der Theaterpreis ist mit jeweils 3000 Euro dotiert. Dass dies durchaus Bedeutung für die Preisträger hat, machten beide deutlich. Kristina Peters: „Das Bafög-Amt freut sich sehr. Ich bin jetzt durch.“ Und Nicola Mastroberardino erzählte, dass seiner Familie beim Martinszug gerade der Kinderwagen geklaut worden sei. Die Finanzierung hat zum ersten Mal der Freundeskreis des Schauspielhauses alleine übernommen, nachdem zuletzt die Stadtwerke den Preis gesponsert hatten. Hajo Salmen, Vorsitzender des Freundeskreises, übte offen Kritik an der neuen Förder-Politik der Stadtwerke: „Ich hoffe sehr, dass das Konzept bald verändert wird.“ Der Theaterpreis wurde zum achten Mal verliehen. Die Mitglieder des Freundeskreises hatten mit ihren Stimmen sechs Künstler nominiert. Das waren bei den Arrivierten neben Nicola Mastroberardino Katharina Linder und Torsten Kindermann, beim Nachwuchs neben Kristina Peters Friederike Becht und Krunoslav Šebrek. Bis zur Matinee am Sonntag in den Kammerspielen wurden die Preisträger geheim gehalten.