Friluftsliv: Der neue Wohntrend aus Skandinavien holt die Natur nach Hause

Wohnen

Diese Lebensphilosophie passt zu Corona: Zu Hause bleiben und sich die Natur in die vier Wände holen. Darauf zielt der Wohn- und Lifestyletrend Friluftsliv ab. Lesen Sie hier fünf Tipps dazu.

Hannover

von Alice Mecke

, 12.03.2021, 11:39 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die skandinavische Lebensphilosophie lässt sich auch wunderbar in der Wohnung verwirklichen. (Symbolbild)

Die skandinavische Lebensphilosophie lässt sich auch wunderbar in der Wohnung verwirklichen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Ein neuer Trend aus Skandinavien schwappt derzeit nach Deutschland: Friluftsliv. Auch ohne norwegische Sprachkenntnisse lässt sich erahnen, worum geht: frische Luft. Und tatsächlich heißt Friluftsliv auf Deutsch übersetzt „Leben im Freien“. Es geht darum, die Natur aktiv und bewusst zu erleben, sich dort eine Auszeit zu nehmen und Energie zu tanken. Gerade in Corona-Zeiten, wo Spaziergänge ein hohes Gut geworden sind und Urlaube an tropischen Stränden ziemlich weit weg erscheinen, können sich viele mit der Naturliebe identifizieren.

Die skandinavische Lebensphilosophie lässt sich auch wunderbar ins Interieur übersetzen, denn sie schafft in den eigenen vier Wänden eine Wohlfühloase wie im Freien. Auch das coronabedingte Arbeiten im Homeoffice wird mit etwas frischem Wind gleich etwas erträglicher.

Es wird also grün, natürlich und ruhig. Wie sich der Trend – auch ohne Balkon oder eigenen Garten – umsetzen lässt, zeigen wir Ihnen hier.

1. Große Spiegel schaffen optische Weite

Große Spiegel sind eine gute Investition, denn sie schaffen es, Räume optisch sehr viel größer erscheinen zu lassen. Geschickt platziert, können sie zudem den Blick aus dem Fenster, also die Natur, spiegeln und in den Raum holen. Natürlich schaffen das auch kleine Spiegel, denn nicht jeder hat ausreichend Platz oder möchte sich beim Lümmeln auf der Couch die ganze Zeit im Blick haben.

Bei der Wahl der Modelle bleibt es natürlich. Spiegel ohne Rahmen, mit einem leichten Holz- oder Messingrahmen, oder auch komplett gefärbte Spiegel sind typisch Friluftsliv.

2. Die Wahl der Materialien und Farben

Alles, was natürlich ist, darf und soll einziehen. Dazu zählt unter anderem: (Kunst-)Leder, (Kunst-)Fell, Holz, Leinen, Glas, Jute oder Pflanzen (von denen es nicht genug geben kann, siehe Punkt drei). Als Dekorationselemente kommen Materialien aus Ton, Steinzeug oder Terrakotta zum Einsatz.

Farblich bietet es sich bei Friluftsliv generell an, mit verschiedenen Tönen zu spielen, die sich auch in der Natur finden. Ein Farbkonzept könnte aus den vier Elementen der Natur bestehen. Grüntöne, die Entspannung bringen, erdige Töne wie Terrakotta, die sich hervorragend im Pflanzenregal machen. Rot- und Orangetöne als kleine Farbtupfer, und blaue Skulpturen mit organischen Formen, die das Wasser imitieren.

3. Pflanzen, Pflanzen – und noch mehr Pflanzen

Was ist natürlicher und lebendiger als Pflanzen? Die Ästhetik von Friluftsliv, die auf den Elementen der Natur basiert, schreit förmlich nach jeder Menge Grün zu Hause. Hier darf einziehen, was gefällt. Eine große Geigenfeige in der Ecke oder viele kleine Kakteen auf der Fensterbank, Kräuter in der Küche oder frische Schnittblumen auf dem Esstisch – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Pflanzen nach Hause zu holen. Besonders langlebig sind dabei Trockenblumen, die gerade besonders beliebt sind.

Mit Kakteen kann man nichts falsch machen, sie sind pflegeleicht und robust.

Mit Kakteen kann man nichts falsch machen, sie sind pflegeleicht und robust. © picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

4. Der Balkon wird zur Outdooroase

Wer einen Balkon, Terrasse oder eigenen Garten besitzt, kann bei Friluftsliv sein Hauptaugenmerk darauf legen, eine regelrechte Oase im Freien zu schaffen. Ein kleines Make-over à la Friluftsliv gelingt zum Beispiel mit kuscheligen Decken und Kissen, Pflanzen, Kerzen und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Dabei muss nicht alles perfekt sein. Im Garten kann man zum Beispiel einen Teil einfach wild wachsen lassen (das freut auch die Tiere) und wer nicht das Geld für stylische Outdoor-Loungemöbel hat, kann sich eine „Kissenburg“ bauen.

Das Wichtigste bei der skandinavischen Lebensphilosophie ist, sich mit der Natur verbunden zu fühlen und diese zu genießen. Die warmen Tage können kommen, und nach dem langen Winter verlegen wir das Leben nur allzu gerne nach draußen.

5. Düfte für zu Hause

Während Menschen sich ausgiebig um Düfte für unseren Körper kümmern, spielen diese für zu Hause oft keine Rolle. Doch auf natürliche Aromen zielt der skandinavische Trend ebenfalls ab, mit Diffuser und Kerzen, die mit wohltuenden Aromen frische Düfte von draußen nach Hause bringen. Hier kommt die Kombination von Jasmin und Feigenblättern oder der Geruch von Pfingstrosen zum Einsatz.

Auch Räucherstäbchen mit floralen oder erdigen Noten wie Zedernholz schaffen einen natürlichen Duft. Tipp: Ein Bund Eukalyptusblätter in die Dusche hängen, der Wasserdampf setzt das Aroma frei und das Badezimmer riecht nach frischem Eukalyptus.

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