Frisches Blut für die Region

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Blutspender machen Urlaub, Krankheiten nicht. Die Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven haben schon deshalb Tradition. Sie sind aber nicht unumgänglich, wie eine Aktion in Unna zeigt.

Unna

, 21.08.2018 / Lesedauer: 3 min

In einer Zeit, in der die sommerlichen Versorgungsprobleme bei den Blutbanken einen Höhepunkt erreichen, setzt Unna bereits seit 2006 ein Zeichen. Im Katharinen-Hospital führt das Deutsche Rote Kreuz trotz der Sommerferien einen Blutspendetag durch, dessen Ergebnis viele „normale“ Termine außerhalb der Ferien in den Schatten stellt. Die Aktion an diesem Dienstag setzte die Erfolgsserie fort.

131 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich je einen halben Liter Blut abzapfen. Für 40 war es die erste Blutspende überhaupt. 27 Gäste nutzten zudem die Möglichkeit, sich als potenzieller Stammzellenspender typisieren und in die Datei aufnehmen zu lassen.

Was den Erfolg der Aktionen im Katharinen-Hospital erklärt, ist die „Mobilmachung“, die einen Teil der Teilnehmer in das Forum an der Mozartstraße geführt hat. Obwohl es regulärer Blutspendetag für die Öffentlichkeit ist, nutzen ihn auch viele Beschäftigte des Krankenhauses. Und auch die nahe gelegene Schule für Pflegepersonal stellte Schülerinnen und Schüler gruppenweise frei. Neben Aufrufen „von oben“ mag Gruppendynamik ihren Teil dazu beigetragen haben. Mit anderen mitzugehen, fällt insbesondere Erstspendern leichter, als sich ganz allein dem Abenteuer Blutspende zu stellen.

Als die Aktion 2006 ins Leben gerufen wurde, war das Katharinen-Hospital selbst Leidtragender der Versorgungsengpässe. Laborleiterin Rita Huse fand eines Morgens bei Dienstantritt mehr Bestellungen für Blutkonserven auf ihrem Tisch vor, als sie insgesamt in der Kühlung hatte. So rief das Krankenhaus erstmals die eigene Belegschaft und die Öffentlichkeit zur Blutspende auf. Und seitdem gibt es die Aktion jährlich. Die gewonnenen Blutkonserven bleiben allerdings nicht zur Eigenversorgung im Haus, sondern gehen zunächst in den Bestand der Blutbanken. Die Teilnehmer in Unna helfen also in größeren Teilen Westdeutschlands.

Aktuell ist die Lage im Katharinen-Hospital erkennbar angespannt, aber nicht so schwierig wie 2006, erklärt Rita Huse. Insbesondere Blutgruppen mit negativem Rhesusfaktor seien etwas knapp. Dem Krankenhaus und seinen Verbundpartnern ist es in den vergangenen Jahren gelungen, trotz steigender Patientenzahlen den Einsatz von Blutkonserven zu senken. Fortschritte bei den Operationsmethoden, aber auch bei Techniken zum Stoppen einer Blutung machen es möglich. Vor zwölf Jahren hat der Hospitalverbund Hellweg noch jährlich 6.000 Konserven verbraucht. Inzwischen sind es nur noch 4.850.