Fritz Schaap: „Hotel Istanbul“

Buchkritik

Mit dem Nahen Osten befassen sich die Geschichten in „Hotel Istanbul“ des Journalisten Fritz Schaap. Und diesen journalistischen Ansatz spürt man.

von Von Andreas Schröter

, 26.10.2017, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Storys, die von Drogenhändlern in Damaskus, Kriegstouristen an der türkischen Grenze zu Syrien oder Rekrutierungsschulen für die Kämpfer des Islamischen Staates handeln, sind gut recherchierte Reiseberichte – mit einigen fiktiven Elementen.

Schaap, tätig unter anderem für Spiegel, Zeit und SZ-Magazin, informiert sich bei einem schwulen Palästinenser über dessen Schwierigkeiten in einem homophoben Land und spricht mit Menschenhändlern im Sinai, wobei er sich selbst in Gefahr begibt. In „Die heiligen Trinker von Gaza“ trifft er Menschen, die sich über das strikte Alkoholverbot der Muslime hinwegsetzen.

Das alles ist hochinteressant und bietet tiefe Einblicke in einen Teil der Welt, den man ansonsten vor allem aus den Nachrichten kennt und der spätestens seit dem IS-Terror dort wieder stärker ins Blickfeld des Westens gerückt ist.

Wer Schaaps Storys, die zum Teil wie Berichte direkt aus der Hölle wirken, gelesen hat, wird jeden Flüchtling verstehen, der von dort kommt und in einem ruhigeren, humaneren Teil der Welt seine Zukunft sucht.

Fritz Schaap: Hotel Istanbul, 272 S., Knaus, 18 Euro, ISBN 978-3-8135-0778-2.
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