Frontex: Unerlaubte Grenzübertritte an EU-Außengrenzen gesunken

Migration

Rund 120.000 illegale Einreisen in die EU dürfte es bis Ende 2019 geben. Das ist laut Frontex ein Rückgang um etwa zehn Prozent zum Vorjahr. Der Migrationsdruck bleibe aber gewaltig.

Berlin

25.12.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frontex: Unerlaubte Grenzübertritte an EU-Außengrenzen gesunken

Laut Frontex gab es 2019 einen Rückgang an illegaler Migration. © dpa

Die Zahl der irregulären Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen ist nach Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex 2019 stark gesunken. Bis Jahresende dürften rund 120.000 illegale Einreisen in die Europäische Union gezählt werden, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der „Welt“.

Rückgang um etwa zehn Prozent

Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Rückgang um rund zehn Prozent und deutlich weniger als im Rekordjahr 2015, als Frontex 1,2 Millionen unerlaubter Grenzübertritte registriert habe.

„Die Zahlen sind aktuell zwar geringer, der Migrationsdruck nach Europa bleibt aber gewaltig“, sagte Leggeri. „Außerdem beschäftigten uns die vielen Migranten, die in den vergangenen Jahren in die EU gekommen sind.“

Relativ viele reisten innerhalb des eigentlich grenzkontrollfreien Schengen-Raums weiter. „Sie stellen in mehreren Mitgliedsstaaten Asylanträge - das verstößt gegen die EU-Regeln.“ Zudem gebe es immer noch Probleme mit Rückführungen. Hier wolle Frontex helfen.

„Viele ziehen weiter in ihr Wunschland“

Außerdem würden weiterhin nicht alle Asylbewerber bei der Einreise registriert. „Viele nutzen dann die Chance und ziehen weiter in ihr Wunschland“, sagte Leggeri. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land für einen Asylbewerber zuständig, in dem dieser zuerst europäischen Boden betreten hat.

Für die steigenden Zahlen Schutzsuchender, die aus der Türkei in die EU kommen, sieht Leggeri mehrere Gründe. „Die Türkei setzt mittlerweile ihre Wohnortzuweisung konsequent durch - viele Migranten wollen sich das aber nicht vorschreiben lassen und machen sich jetzt auf nach Westen“, sagte er.

Mehr Afghanen fliehen

Zudem sei die Zahl der Afghanen deutlich angestiegen. „Dabei handelt es sich nicht nur um Personen, die aus ihrer Heimat fliehen. Wir bemerken auch viele, die im Iran gearbeitet haben, jetzt in der Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben und nun über die Türkei nach Europa wollen.“

Frontex soll in dem kommenden Jahren mehr Personal bekommen. Derzeit ist der Aufbau einer Reserve von 10.000 Einsatzkräften bis 2027 geplant.