Führt Handflächenteilabdruck zum zweiten Täter?

Brutaler Überfall auf Ehepaar

Bei den Ermittlungen zu dem brutalen Überfall auf ein älteres Ehepaar in Bochum ist vorerst kein Ende in Sicht. Trotz der Verhaftung eines 34-jährigen Tatverdächtigen aus Recklinghausen sind noch viele Fragen offen. Die Polizei sucht noch einen möglichen zweiten Täter. Die Spurenauswertung läuft auf Hochtouren, wie am Mittwoch der Bochumer Staatsanwalt Michael Nogaj sagte.

Bochum

, 26.07.2017, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
ARCHIV - Das Polizeipräsidium Bochum, fotografiert am 30.05.2016 in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Auf einer Pressekonferenz äussern sich Polizei und Staatsanwaltschaft zur Festnahme eines Tatverdächtigen nach dem gewaltsamen Tod eines Rentner-Ehepaares Anfang Februar. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Das Polizeipräsidium Bochum, fotografiert am 30.05.2016 in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Auf einer Pressekonferenz äussern sich Polizei und Staatsanwaltschaft zur Festnahme eines Tatverdächtigen nach dem gewaltsamen Tod eines Rentner-Ehepaares Anfang Februar. Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

"Wir haben es hier mit einem komplexen Tatgeschehen zu tun", sagte Nogaj. Das Ehepaar war am 10. Februar am frühen Vormittag in seiner Wohnung überfallen worden. Die Eheleute hatten den oder die Täter vermutlich arglos in ihre Wohnung gelassen, möglicherweise, weil sie den Täter kannten. Einbruchsspuren entdeckten die Ermittler nicht. Sie gehen davon aus, dass ein dreistelliger Bargeldbetrag sowie Schmuck erbeutet wurden.

Die tote Frau und der schwer verletzte Mann waren erst rund 18 Stunden nach der Tat in der Wohnung gefunden worden. Der Mann starb drei Wochen später in einem Krankenhaus.

Suche nach DNA-Spuren

"Wir haben zwei Opfer und gehen auch wegen der Verletzungen der Opfer und wegen der durchwühlten Wohnung von zwei Tätern aus", erklärte der Staatsanwalt. Die Ermittler haben am Tatort auch Spuren gefunden, die auf einen zweiten Täter hindeuten: "Wir haben einen Handflächenteilabdruck, den wir noch nicht zuordnen können." Zudem wird nochmals die Kleidung der brutal getöteten 79-jährigen Frau auf DNA-Spuren untersucht. 

Durch DNA-Spuren auf der Kleidung der Toten waren Polizei und Staatsanwaltschaft schon auf die Spur des ersten Tatverdächtigen gekommen. Seine DNA war in der Polizeidatenbank gespeichert, weil der 34-Jährige schon wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten im Gefängnis gesessen hat. "Der Verdächtige hat keine Erklärung, wie seine DNA auf die Kleidung des Mordopfers gelangt ist", so Nogaj. Der gelernte Schweißer streite das Verbrechen ab, gebe aber zu, dass er das Ehepaar gekannt hat: "2016 habe er in der Wohnung der Senioren Tapezierarbeiten nach einem Wasserschaden ausgeführt."

Wohnung in Recklinghausen durchsucht

Der Recklinghäuser sitzt in Untersuchungshaft und schweigt jetzt. "Wir haben seine Wohnung durchsucht, die Auswertung läuft noch", sagte Nogaj. Die Ermittler hoffen darauf, möglicherweise Gegenstände der Opfer in der Wohnung des Tatverdächtigen zu finden. Auch seine Kleidung wird gründlich untersucht, "vielleicht finden wir dort Spuren der Opfer, bei der Tat ist ja viel Blut geflossen". Der Raubüberfall sei von großer Brutalität geprägt gewesen, sagte Nogaj weiter. Die Obduktion der Frau habe ergeben, dass sie gewürgt wurde sowie Schläge oder Tritte erlitten habe. Außerdem seien zwei Messerstiche in den Hals festgestellt worden. Sie starb noch am Tatort. Der Mann habe stumpfe Gewalt gegen den Kopf erlitten. Dabei seien beide Augäpfel zerrissen, so dass er erblindete. Laut einem Gutachten starb er drei Wochen später infolge eines Herz- und Lungenversagens.

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