Führung des Springorum-Radweges: Bürgerinitiative kritisiert Stadtbaurat

Offene Fragen

Die Bagger rollen bereits, der Springorum-Radweg auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Weitmar nimmt langsam Formen an. Die Bürgerinitiative zweifelt daran, ob der Radweg überhaupt beschlossen worden ist. Weil Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch auf die Frage keine Antwort gab, sind die Anwohner verärgert. Nun erklärte Kratzsch seine Sichtweise.

BOCHUM

von Von Andrea Wellerdiek

, 21.11.2013, 10:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar um Jürgen Dassow setzt sich für den Erhalt des Naherholungsgebiets ein.

Die Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar um Jürgen Dassow setzt sich für den Erhalt des Naherholungsgebiets ein.

Wer diesen Bauplan zu welchem Zeitpunkt beschlossen hat, ist ungeklärt. Eine Antwort auf diese Frage gab Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch der Bürgerinitiative nicht. „Er hat gesagt, dass es nicht zu seinem Aufgabenbereich gehöre, uns ständig zu antworten. Er hat gesagt, dass der Bauplan über den Radweg längst bekannt sei. Eine Antwort hat er uns nicht gegeben“, sagt Jürgen Dassow von der Bürgerinitiative Bahnhof Weitmar. Stadtbaurat Ernst Kratzsch erklärt diese Vorgehensweise: „Die Bürgerinitiative stellt jede Woche irgendwelche Informationen zusammen. Ich bin nicht gewillt, jede Woche eine Frage zu beantworten. Das ist eine gesteuerte Kampagne.“

Das Stadtbauamt trägt derzeit alle Ergebnisse zum Bebauungsplan zusammen. Erst danach gibt es einen Beschluss zur Offenlegung, der abgewägt wird. Daraufhin entscheidet der Rat der Stadt Bochum über die Baupläne. „Nach dem Beschluss zur Offenlegung beantworten wir alle Fragen. Wir müssen erst alle Informationen zusammentragen, bevor wir Fragen beantworten können“, sagt Kratzsch. Die Umlegung des Radweges sei bereits 2011 so beschlossen worden. „Das ist ein einfaches Genehmigungsverfahren. Da ist formal alles sauber eingehalten worden“, sagt der Stadtbaurat. Die Anwohner warteten weiterhin ebenso auf eine Stellungnahme zum Erhalt des Biotops rund um den ehemaligen Bahnhof Weitmar.

„Warum muss das Biotop vernichtet werden? In Bochum gibt es doch bereits versiegelte Flächen wie zum Beispiel auf dem Opel-Gelände. Warum werden diese Flächen nicht bebaut?“, so Dassow. Irritiert war der Anwohner auch nach dem Stadtgespräch am Mittwoch, 13. November. Da stellten die Referenten Möglichkeiten vor, wie sich Bochum zu einer gesunden Stadt entwickeln könnte. Dabei ging es auch darum, mehr grüne und blauen Zonen, also Grünflächen und Flüsse und Seen, zu erschließen. „Bei uns ist das Gegenteil der Fall. Hier will die Stadt Biotopflächen zerstören“, sagt Dassow, der mit der Bürgerinitiative bereits über 700 Unterschriften gegen die Bebauung gesammelt hat.