„Für immer Adaline“ - Für immer jung

Im Kino

Aus der Blaupause des Films lugt das Konstruktionsprinzip eines Nicholas Sparks heraus. „Für immer Adaline“ (Regie: Lee Toland Krieger) erzählt von einer Romanze unter tragischen Vorzeichen, leiht sich aber noch ein Motiv, das an „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ angelehnt ist.

13.07.2015, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Für immer Adaline“ - Für immer jung

Man sieht es nicht: Adaline (Blake Lively) sieht aus wie 30, als sie Ellis (Michiel Huisman) trifft.

Für Adaline (Blake Lively) ist die Zeit merkwürdig auf den Kopf gestellt. Nach einem Unfall schlägt der Blitz in ihren Wagen ein. Hunderttausend Volt fahren in ihren Körper und lösen gravierende Veränderungen aus. Adaline altert nicht mehr, der Stromschlag wird zum Jungbrunnen für ihre Zellen.

Pseudowissenschaftliche Erklärungen

Ein Märchenonkel liefert pseudowissenschaftliche Erklärungen für ein Phänomen, das den Zweck erfüllt, eine kommende Affäre mit der Aura des Besonderen aufzuladen. Ohne diesen Kniff wäre der Streifen ein x-beliebiger Schmachtfetzen.

Nun aber turtelt eine Hundertjährige, die aussieht wie 30, mit einem Burschen (Michiel Huisman), der ihr Enkel sein könnte. Viel ist den beiden Autoren nicht eingefallen zu einem Leben, das 1908 begann. Adaline spricht diverse Sprachen, hat ein enzyklopädisches Wissen und wechselt häufig den Wohnort, damit ihr Geheimnis nicht auffliegt.

Dramatische Glut

Dazu sehen wir wehmütige Erinnerungsschlaglichter und Adalines Treffen mit der Tochter (Ellen Burstyn), die als ihre Oma auftritt. Es gibt Vampirfilme, die zum ewigen Leben mehr zu sagen haben. Regie, Kamera, Musik (Piano und Streicher) arbeiten sich bloß an einer dekorativen Oberfläche ab, betulich und langatmig.

Dramatische Glut züngelt erst auf, als Adaline dem Vater (Harrison Ford) ihres Liebhabers begegnet. Dem kommt die junge Frau seltsam bekannt vor. Eine biedere Schnulze in schillerndem Fantasy-Gewand.

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