Für Massen gibt es keine eigene Lärmschutzkarte

rnLärmkartierung am Flughafen Dortmund

Um auf Fluglärm mit entsprechenden Lärmschutzmaßnahmen reagieren zu können, werden rund um Flughäfen Lärmschutzkarten erstellt. Doch für Massen ist dies schwierig.

Massen

, 03.08.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Grundstück des ehemaligen Freizeitbades befindet sich zu einem Großteil außerhalb der sogenannten Tagschutzzone 2 des Flughafens Dortmund. Bei der Tagschutzzone handelt es sich um einen Lärmschutzbereich, der nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm gewissen Regeln unterliegt. Innerhalb der Tagschutzzone 2 liegt nach der aktuellen Umgebungslärmkarte des LANUV der südliche Bereich des Freizeitbad-Geländes, der in erster Linie den Parkplatz umfasst.

Laut des Lärmschutzgesetzes gilt als Tagschutzzone der Bereich in der Nähe eines Flughafens, in dem der Lärmpegel durch Fluggeräusche den Wert von 58 Dezibel übersteigt. Wie oft dieser Wert überschritten wird, wird dabei aus dem Mittelwert der sechs verkehrsreichen Monate eines Jahres bestimmt.

Das Grundstück, auf dem die neue Hellweg-Realschule entstehen soll, liegt nördlich der Anfluglinie. Es liege weiter vom Flughafen entfernt als die Sonnenschule, so die Stadtverwaltung in ihrem Beschlussvorschlag für den Stadtentwicklungsausschuss. Für die Sonnenschule waren 2004 umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen vorgenommen worden.

Während für Dortmund umfangreiche Lärmaktionspläne vorliegen, die auch Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen vom Fluglärm betroffen sind, gibt es dies speziell für den Ortsteil Massen nicht. Da Dortmund nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz als Ballungsraum-Gemeinde gilt, muss dort für den Flughafen Dortmund ein Lärmaktionsplan mit entsprechender Kartierung erfolgen.

Dieser gibt detailliert Aufschluss über die Lärmbelastung und die Möglichkeiten zur Lärmminderung. Als „Ballungsraum“ zählt das Bundesimmissionsschutzgesetz ein Gebiet mit einer Einwohnerzahl von über 100.000 Einwohnern. Da Unna keine Ballungsraum-Gemeinde ist, muss die Stadt auch keine Lärmkartierung für den Flughafen Dortmund durchführen.

Die Stadt Unna ist jedoch Mitglied in der Fluglärmkommission und kann dort das Thema Lärmschutzmaßnahmen forcieren.

Zuletzt hatte die Stadt Unna in diesem Jahr in einer Stellungnahme die Ziele, die in einem neuen Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP) formuliert sind, abgelehnt. Der neue Entwurf des LEP sieht vor, Flughäfen in Nordrhein-Westfalen nicht länger in „landesbedeutsam“ und „regionalbedeutsam“ zu unterscheiden, „um allen Standorten die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.“ Bisher zählt der Flughafen Dortmund zu einem regionalbedeutsamen Flughafen. Die Stadtverwaltung Unna befürchtet einen Ausbau der Landebahn und längere Betriebszeiten am Flughafen, wenn diese Abstufung wegfällt.

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