Für Robert Imhof spielte das fertige Bild keine Rolle

Rathaus Herne

Wer Robert Imhof kennt, dem kommen bei seinem Namen direkt Bilder von überdimensionalen Kohlköpfen in den Sinn. Abbildungen dieser Gemüsegattung sind nämlich typisch für den 1996 verstorbenen Maler und Kunstlehrer aus Herne. Daher durfte ein Kohlkopf-Bild in der Ausstellung im Rathaus seiner Heimatstadt natürlich nicht fehlen. Auf drei Etagen sind dort etwa 50 Werke Imhofs - vorwiegend aus dessen Frühwerk - zu sehen.

HERNE

, 02.04.2017, 13:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Für Robert Imhof spielte das fertige Bild keine Rolle

Ende der 1960er-Jahre erschuf Robert Imhof märchenhaft unbestimmte Traumrealitäten, wie in seinem Werk „Sieger“ aus dem Jahr 1968.

Für Robert Imhof stand immer der Prozess und nicht das Ergebnis im Vordergrund. "Wenn ein Bild fertig war, hat es ihn schon gar nicht mehr interessiert", so die Witwe Thea Imhof. Die Mühe, seine Werke zu signieren, machte er sich dann manchmal einfach nicht mehr.

Farbkompositionen

Sein 40 Jahre andauernder künstlerischer Weg ist geprägt von vielen Veränderungen. Durch seine Lehrtätigkeit musste er sich ständig mit neuen künstlerischen Strömungen auseinandersetzen, was auch in der Ausstellung zum Ausdruck kommt. Im Erdgeschoss sind sehr frühe Arbeiten zu sehen. Auffallend hier ist die dunkle Farbgebung der abstrakten Bilder.

Wer mehr davon erwartet, erlebt in der ersten Etage eine Überraschung. Die Motive sind nicht nur figürlicher, sondern zeichnen sich auch durch kräftige, strahlende Farbkompositionen aus. Hier lässt sich Imhofs Traumrealismus deutlich erkennen, den er in den 1960er-Jahren entwickelt hat. Zu den collagenhaften Bildschöpfungen inspirierten ihn die Malerei der expressionistischen Cobra-Bewegung, die Pop-Art und Picassos Spätwerk.

Grafiken

Eine weitere Facette des Künstlers zeigt sich eine Etage höher - eine Auswahl seiner Grafiken. Imhof ist kein Maler, der in seinem Stil verharrte, sondern er überraschte die Betrachter seiner Bilder immer wieder.

Rathaus Herne: "Robert Imhof - Das Frühwerk", bis 27.4., Friedrich-Ebert-Platz 2, Mo-Do 8.30-12 Uhr und 13.30-15.30 Uhr, Freitag 8.30-12 Uhr.