Funkes Weihnachtsmann verfilmt

Kinofest Lünen

LÜNEN Ein Buch, das den Weihnachtsmann im Titel führt, ist ein gefundenes Fressen für Strategen der Filmbranche. Wenn es aus der Feder von Erfolgsautorin Cornelia Funke ("Tintenherz") kommt, scheint der Erfolg einer Verfilmung sicher.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 13.11.2011, 16:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kinder Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) und Ben (Noah Joel Kraus) freuen sich über die Geschenke des Weihnachtsmanns (Alexander Scheer).

Die Kinder Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) und Ben (Noah Joel Kraus) freuen sich über die Geschenke des Weihnachtsmanns (Alexander Scheer).

Pünktlich zum Fest kommt nun Funkes "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" auf die Leinwand. Am Samstag präsentierte das Lüner Kinofest den Streifen im Rahmen seines Wettbewerbs für Kinderfilme. Darsteller Alexander Scheer legte eine Punktlandung hin und erreichte den Saal fünf Minuten nach Ende der Vorstellung. Viel Applaus für ihn und die Filmcrew.Kein Kaufrausch Scheer spielt den Weihnachtsmann, den echten, wahren, mit Namen Niklas Julebukk. Sechs seiner Kollegen wurden schon von Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink), dem Schuft der Weihnachtswelt, zu Eis verwandelt. Jetzt ist es an Julebukk, Weihnachten zu retten. Ein Fest der Liebe soll es sein, kein Kaufrausch. Genau das will Wichteltod (sic!) aus Weihnachten machen, eine Feier von Reibach und Kommerz.Flucht auf Jet-Skis

Ein Santa Claus der Herzen gegen den Handlanger des Kapitalismus. Scheers Julebukk ist kein strenger Hohoho-Rauschebart, sondern ein jugendlicher Schlaks und Kumpeltyp. Häschern auf Jet-Skis ist er in James Bond-Manier entkommen, um mit Rentier und Schlittenhütte auf der Erde zu landen. In Ben (Noah Joel Kraus) und Charlotte (Mercedes Jadea Diaz aus den "Wickie"-Filmen) gewinnt er Freunde. Sie helfen, Wichteltods Schergen abzuwehren, sie glauben an den Geist der Weihnacht.Brav betulich abgespult 

Ein Weihnachtsmann zum Anfassen. Buch wie Film stellen die Fabelgestalt auf die Füße, in den Alltag. Wo Ben von Schulrabauken gehänselt wird, sein Papa einen Job sucht, die Mama eine Konditorei eröffnet. Oliver Dieckmanns Film spult die Handlungsstränge brav betulich ab. Etwas Spaß, etwas Trubel, Freundschaft, Menschelei. Ohne besonderen Akzent wird schwerfällig in die Breite erzählt, Gift für Tempo und Spannung.

Kobolde aus dem Rechner (im Look der Augsburger Puppenkiste) und zwei Mini-Engel (Charly Hübner, ChrisTine Urspruch) sollen erkennbar funktional für heitere Töne sorgen. Vielleicht liegt es auch an der Fernsehspiel-Optik, dass sich prickelnder Weihnachts-Zauber nicht einstellen will.  

Bundesstart: 24. November.

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