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Funksendemast in Bittermark wird wohl kommen

Proteste von Anwohnern

Dieser Beschluss des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen verärgert Anwohner in der Bittermark: Der umstrittene Funksendemast wird wohl kommen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat eine versehentlich zu früh erteilte Baugenehmigung für rechtmäßig erklärt. Die Anwohner wollen jedoch weiter kämpfen.

BITTERMARK

, 28.07.2016 / Lesedauer: 3 min
Funksendemast in Bittermark wird wohl kommen

Auf dem Gelände in Höhe der Straße Igeldiek 14 soll der neue Funksendeturm seinen Platz finden.

„Die Enttäuschung ist sehr groß“, räumt Jörg Terrahe ein. „Man gewinnt den Eindruck, als hätten Gericht, Telekom und die Stadt Dortmund an einem Strang gezogen.“ Wie die anderen Anwohner war Terrahe bereits in der vergangenen Woche darüber informiert worden, dass der 25 Meter hohe Funksendemast auf dem Grundstück Igeldiek 14 wohl nun kommen wird.

Stadt Dortmund wird keine Rechtsmittel einlegen

„Damit ist die Politik jetzt raus“, kommentiert Bezirksbürgermeister Hans Semmler die Entscheidung des Gerichtes. „Die Stadt Dortmund wird keine Rechtsmittel gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen einleiten.“ Die Bezirksvertretung habe versucht, was machbar war, nun seien die Bürger am Zug.

Für Jörg Terrahe ist der Rechtstreit erst einmal beendet, aus gesundheitlichen Gründen hält er sich zurück. Nachbarin Bettina Sauerwald hingegen sucht weiter nach Mitteln, den Bau des Sendemastes zu verhindern, nachdem sie „relativ geschockt“ auf die Nachricht vom Verwaltungsgericht reagiert hat. „Dabei hatten wir uns im Vorfeld eigentlich gute Chancen ausgerechnet, nachdem sich auch die Politik für uns gesprochen hat.“ Die Bezirksvertretung hatte sich auf die Seite der Anwohner gestellt.

Nun haben die Gegner des Funkturms noch knapp einen Monat Zeit, Klage gegen den Bescheid des Verwaltungsgerichts einzulegen. Hier treten für Bettina Sauerwald die ersten Probleme auf: „Nur direkt betroffene Bürger dürfen klagen.“ Das heißt: nur Nachbarn, deren Grundstücke direkt an das vom Igeldiek 14 angrenzen. „Zwischen meinem Grundstück und dem vorgesehenen Platz für den Funkturm liegt eine leer stehende Fläche“, berichtet Sauerwald weiter. „Das heißt: Wenn der Funkmast steht, sitze ich direkt in seinem Schatten. Eine ‚betroffene Bürgerin‘ bin ich aber trotzdem nicht.“ Zudem schirme eine benachbarte Gärtnerei mehrere Privatgrundstücke ab, sodass auch von dieser Seite keine Klage möglich sei.

Anwohner noch im Urlaub

„Ich weiß von Anwohnern, die bereit wären, sich auf weitere rechtliche Schritte einzulassen“, so Bettina Sauerwald weiter. Allerdings seien einige im Urlaub, sodass es zeitliche Probleme geben könnte. Auch über diesen Zeitdruck ist sie alles andere als glücklich. „Immerhin mussten wir zwei Jahre lang auf die Baugenehmigung für unser Haus warten.“ Beim Sendemast solle nun aber alles ganz schnell gehen. Jörg Terrahe betont zusätzlich noch einmal die in seinen Augen sinnlose Planung eines weiteren Funkturms. „Immerhin bezeichnet die Telekom selbst ihre Netzabdeckung in diesem Bereich als ausgezeichnet.“

Der Rechtsstreit in Kürze: Die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom, hat am 17. September 2014 einen Antrag auf die Errichtung des Funkmastes auf dem Grundstück gestellt. Zum diesem Thema fand am 28. Februar 2016 eine Bürgerversammlung statt. Die Bezirksvertretung beschloss am 8. März 2016, die Errichtung abzulehnen. Die Genehmigung für den Bau des Sendemastes war jedoch bereits am 10. November 2015 versehentlich erteilt worden.

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