Fußballfan von klein auf

WATTENSCHEID Nicht nur zu Zeiten der Europameisterschaft beherrscht ein Thema die Gespräche auf dem Schulhof der Maria Sybilla Merian Gesamtschule: Fußball. Kein Wunder also, dass der Zusatzkurs Sozialwissenschaft sich auf seiner Suche nach einem empirischen Untersuchungsfeld schnell auf diese Sportart einigte.

von Von Kirsten Menzel

, 06.06.2008, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Wir haben länger an der richtigen Fragestellung getüftelt“, erinnert sich Fachlehrer Rainer Schollas. Erforschen wollten die fünf Schüler schließlich den Zusammenhang zwischen Wohnort und Vereinsbindung im Ruhrgebiet: Sind Bochumer automatisch Fans des VfL Bochum? Gibt es SG-Wattenscheid-Fans in Dortmund oder Borussia-Anhänger in Gelsenkirchen?

Langwierige Auswertung

Für ihre Studie „Wo Fußballfans herkommen“ erstellten die Abiturienten einen Fragebogen, den insgesamt 720 Schüler ausfüllten – jeweils 180 in Bochum-Wattenscheid, Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen und zu gleichen Teilen aus den Jahrgangsstufen 5, 9 und 13. „Die Auswertung war langwierig und ganz schön hart“, beschreibt Svenja Dassié die mühsame Arbeit, jede Antwort einzeln in das Computerprogramm einzugeben.

Enger Zusammenhang zwischen Wohnort und "Fanschaft"

„Wir hatten gedacht, dass es weniger weibliche Fußballfans gibt“, erzählt Jennifer Salewski mit Blick auf die Ergebnisse. Insgesamt bezeichnen sich 71 Prozent der Schüler als Fußballfans – 64 Prozent der Mädchen und 83 Prozent der Jungen. Die Vermutung des Kurses, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Wohnort und „Fanschaft“ gibt, wurde bestätigt. Unter allen Befragten hat der FC Schalke 04 die meisten Fans, während die SG Wattenscheid 09 auf dem letzten Platz steht und seine Fans ausschließlich im eigenen Stadtteil hat.

Familiäre Tradition wichtiger Einflussfaktor

„Wir haben festgestellt, dass das Fan-Sein vererbt wird“, fasst Jennifer ein weiteres Resultat zusammen. Denn der meist genannte Grund für die Vereinswahl ist die familiäre Tradition. Und wer sich einmal für einen Lieblingsclub entschieden hat, bleibt in der Regel Fan dieses Vereins. Gemessen an der zeitlichen Bindung an den Verein hat Borussia Dortmund die treuesten Anhänger unter den Schülern. „Wir sind stolz darauf, was wir geschafft haben“, blickt Jennifer auf die sechs Monate, in denen die Studie entstand, zurück. Selbstständiges Arbeiten statt Frontalunterricht – das hat auch Svenja überzeugt, die sich ursprünglich nicht für Fußball interessierte: