Fußballplätzen droht das Aus

Sportstättenentwicklungsplanung

Das Sport- und Bäderamt der Stadt Bochum hat Pläne zur Sportstättenentwicklung vorgelegt. Im Abschnitt Fußballsport des Dokumentes zum Sportstättenbedarf empfiehlt die Sportverwaltung, bis zum Jahr 2020 sechs Sportanlagen zu schließen.

BOCHUM

, 19.02.2015, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fußballplätzen droht das Aus

Nach einem Gutachten des Sport- und Bäderamtes sollen sechs Sportstätten in Bochum bis 2020 geschlossen werden. Dafür sollen an einigen anderen Anlagen Investitionen getätigt werden.

Endgültig beschlossen ist jedoch noch nichts: Am 27. Februar wird der Bericht dem Sportausschuss vorgelegt. „Wir haben sportfachliche Einschätzungen abgegeben, die wir dem Gremium weiterleiten“, sagt Klaus Retsch, Leiter des Sport- und Bäderamtes. Jede einzelne Entscheidung erfordere zuvor einen individuellen Beschluss.

Von der Schließung bedroht sind konkret die Sportplätze Am Hausacker, Auf der Heide, Höntroper Straße, Am Nordbad und Ümminger See sowie der Tennenplatz an der Berliner Straße. „Durch das Gutachten haben wir festgestellt, dass der Bedarf an gewissen Stellen sinken und an anderen Stellen steigen wird“, so Retsch. „Dadurch haben wir zum Teil ein Überangebot und zum Teil Fehlbedarf.“ Um den Abbau der Anlagen aufzufangen, sollen an anderer Stelle Investitionen getätigt werden. So wird unter anderem der Umbau der Rasenplätze Wohlfahrtstraße und Waldesrand in Kunstrasenplätze vorgeschlagen.

TuS Harpen kritisiert

Das Dokument stößt vielerorts auch auf Kritik. An der Spitze des Protestes steht jedoch ein Verein, der von den Schließungen gar nicht betroffen ist: der TuS Harpen. Die Anhänger des Vereins ärgern sich darüber, dass ihr Sportplatz trotz Mängeln als voll funktionsfähig eingestuft wurde. „Wenn der Bericht zur Umsetzung freigegeben wird, bedeutet dies den Tod des TuS Harpen“, schreibt Klaus Behling von der Kunstrasen-Arbeitsgruppe des Vereins auf Facebook. Er wirft dem Sportamt Fehler in der Durchführung der Studie und eine Benachteiligung des Bochumer Nordens vor.

Diese Anschuldigungen hält Klaus Retsch für „Quatsch“. „Wir haben niemanden benachteiligt und auch keine Fehler gemacht.“ Er betont, dass laut Papier ein „kompletter Neuaufbau der Spieldecke erforderlich“ sei. Retsch bestätigte unserer Zeitung aber auf Nachfrage, dass ein solcher Umbau nicht vor 2019 erfolgen solle. Zudem sei ein Kunstrasenplatz, wie vom TuS Harpen gewünscht, nicht vorgesehen.

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