Gabriel Feltz ging als Hexenmeister aufs Ganze

Dortmunder Philharmoniker

Man hört, dass die Saison für die Dortmunder Philharmoniker nicht mehr ganz jung ist. Den Schwung aus den Cityring-Konzerten und der "Faust"-Premiere hat das Orchester mit in das erste Philharmonische Konzert Dienstag (und noch einmal am Mittwoch (28.9., 20 Uhr) im Konzerthaus Dortmund genommen.

DORTMUND

, 28.09.2016, 13:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Generalmusikdirektor Gabriel Feltz dirigierte das Saisoneröffnungskonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz dirigierte das Saisoneröffnungskonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Unter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz drehte das Orchester in Tschaikowskys fünfter Sinfonie am Schluss fast zur Raserei-Ekstase auf. Und auch das Tempo in Dukas' "Zauberlehrling" war ein Hexenwerk.

Man hat Micky-Maus-Bilder im Kopf, wenn man die von Disney verfilmte Programmmusik nach der Goethe-Ballade hört. Und so pointiert, forsch und präzise gespielt war dieser Auftakt der "Zauberbilder" wirklich magisch.

Französisches Parfüm

Die drei Sätze der "Iberia" von Debussy sind zauberhafte Musik ganz anderer Art und mit viel feinerem Pinsel koloriert. Große Klangkultur demonstrierten die Philharmoniker da, wenngleich sich spanisches Kolorit trotz Kastagnettengeklapper nicht einstellt. Aber das liegt an Debussy, der besonders den Sommernacht-Satz mit so viel französischem Parfum bestäubt hat, dass man sich eher in der Provence als in Andalusien wähnt.

In Tschaikowsky fünfter Sinfonie ging Feltz aufs Ganze, probierte an Tempowechseln und dynamischen Schattierungen viel aus, legte den Walzersatz sehr schön fiebrig an und ließ sein Orchester im Sturmlauf durch das Finale preschen.

Tolles Hornsolo

Das klang gut, trotzdem hatte man manchmal den Eindruck, dass eine Probe für das ganz perfekte Zusammenspiel gut gewesen wäre. Alle Achtung vor dem Mut der tollen Solohornistin im zweiten Satz, dass große Hornsolo so langsam zu spielen. Der makellose Legato-Klang in dem Solo war ein Höhepunkt des Konzerts.

Die Tschaikowsky-Sinfonie nehmen die Philharmoniker vom 11. bis 14. Oktober mit auf ihr Gastspiel nach Mailand, wo sie im Verdi-Konservatorium auftreten. Wenn die Sinfonie noch den letzten Schliff bekommt, ist das Orchester ein guter Botschafter der Region.

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