Gabriel Feltz wird auch noch Chefdirigent in Belgrad

Dortmunder Philharmoniker

Der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz wird ab der Spielzeit 2017/18 auch noch Chef der Belgrader Philharmoniker. In Dortmund bleibt er aber bis 2023 Generalmusikdirektor und er bleibt mit seiner Familie auch in Dortmund wohnen. Julia Gaß sprach mit ihm.

DORTMUND

, 27.08.2016, 12:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Generalmusikdirektor Gabriel Feltz dirigierte das Saisoneröffnungskonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz dirigierte das Saisoneröffnungskonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Wie lassen sich beide Posten verbinden? Die Belgrader Philharmoniker sind ein reines Konzertorchester. Ich werde acht Mal im Jahr für eine Woche in Belgrad sein, dafür werde ich jetzt Gastdirigate bei anderen Orchestern absagen. Es wird keine Kollision mit meiner Arbeit in Dortmund geben, denn wenn ich eine Woche in Belgrad war, kann ich am Wochenende immer noch eine Vorstellung in Dortmund dirigieren.

In den drei Jahren, in denen ich in Dortmund bin, war ich sonst länger weg. In der vergangenen Saison habe ich in den USA, in Polen, Belgrad, Österreich und der Schweiz dirigiert. Und die Aufführungen der "Hamletmaschine" von Wolfgang Rihm im Januar 2016 in Zürich waren viel aufwändiger.

Kann Sich Ihre Arbeit in Belgrad auch positiv auf die mit den Dortmunder Philharmonikern auswirken? Was nehmen Sie aus Dortmund nach Belgrad mit und umgekehrt?  Die Belgrader Philharmoniker haben ein Temperament, das anders ist als unseres. Sie haben eine spritzige, balkische Lebensweise, sie sind das serbische Vorzeigeorchester. Die Dortmunder Philharmoniker sind auch sehr auf Zack und auch ein hervorragendes Begleitorchester und superschnell in der Reaktion. Und man hört die 127 Jahre lange Tradition. Die deutsche Kultur ist ein Schatz.

Und es ist immer ein Lernprozess für einen Dirigenten, wenn man mit einem anderen Orchester intensiv zusammenarbeitet. Jetzt muss ich bis September 2017 noch serbisch lernen. Gemeinsam Musik machen, funktioniert auch über Sprache.

Sie setzten sich mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus für die Stadt Dortmund und die Philharmoniker ein. Die Cityring-Konzerte sind ein Zeichen, dass dieses das Orchester für die Stadt ist. Wird es sie wieder geben? Ich wünsche mir das. Für uns war das ein fantastischer Spielzeitauftakt. Das Publikum war toll, das Programm und auch das Wetter. Es ist großartig, wenn eine Saison so beginnt. Das wäre für uns immer der perfekte Start.

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