Galeria Karstadt Kaufhof: Mutterkonzern will 366 Millionen Euro investieren

Einzelhandel

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ist finanziell stark angeschlagen. Der Mutterkonzern Signa will zur Sanierung von Kaufhof 366 Millionen Euro investieren.

Wien

26.06.2020, 20:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Betriebsräte von Galeria Karstadt Kaufhof und Karstadt Sports demonstrieren vor einer der zwei Filialen in der Innenstadt von Dortmund.

Betriebsräte von Galeria Karstadt Kaufhof und Karstadt Sports demonstrieren vor einer der zwei Filialen in der Innenstadt von Dortmund. © picture alliance/dpa

Für die Sanierung des stark angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof will der österreichische Mutterkonzern Signa 366 Millionen Euro in die Hand nehmen. Ein Signa-Sprecher bestätigte den Sanierungsbeitrag am Freitag. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet. Allein 200 Millionen Euro sollen als Mietzuschuss gezahlt werden.

Der Handelsriese musste angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Corona-Krise Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. 62 Niederlassungen will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof dichtmachen, außerdem 20 Filialen von Karstadt Sports. Betroffen sind Häuser in allen Bundesländern außer in Thüringen. Die Jobs von rund 6000 der insgesamt 28.000 Mitarbeiter in den Karstadt Warenhäusern oder bei Galeria Kaufhof sind gefährdet.

Hintergrund ist neben der Corona-Krise auch, dass Karstadt Kaufhof schon länger strauchelt – dem Konzern machen die Konkurrenz aus dem Onlinehandel, aber auch das veränderte Kundenverhalten sowie die starke Konkurrenz kleinerer und spezialisierterer Händler zu schaffen.

Karstadt Kaufhof: Verdi will Standorte erhalten

Die Gewerkschaft Verdi hofft jedoch nach wie vor, die Zahl der Schließungen noch weiter senken zu können. „Wir werden mit aller Kraft für den Erhalt der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten kämpfen. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte das Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Die Arbeitnehmer verlangen von dem Konzern Zugeständnisse bei der Miete für die von ihm vermieteten Warenhausimmobilien. Schätzungsweise 100 bis 300 Beschäftigte des Warenhauskonzerns und Gewerkschafter haben am Freitag in Berlin gegen die dort geplanten Filialschließungen protestiert. „Unser Kiez braucht Galeria …“ oder „Wir sind der Herzschlag des Wedding“ war am Freitag auf einigen Schildern der Demonstranten zu lesen.

RND