Ganze Welt guckt Christo im Gasometer

"Big Air Package" bis 30. Dezember

Die spektakuläre Christo-Schau"Big Air Package" im Gasometer Oberhausen hat ihre Produktionskosten von 1,4 Millionen Euro wieder eingespielt. Bis zum letzten Tag der Ausstellung - das ist der 30. Dezember - werden insgesamt 420 000 Besucher erwartet.

OBERHAUSEN

von Von Bettina Jäger

, 12.12.2013, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ganze Welt guckt Christo im Gasometer

Die mit Luft gefüllte Skulptur im Gasometer Oberhausen.

"Ob wir sogar einen Überschuss erwirtschaftet haben, können wir seriöserweise erst am Ende des Jahres mitteilen", sagte Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer GmbH - sichtlich froh über den Erfolg. Neun Monate Ausstellungsdauer seien vergangen wie im Fluge. Viermal war Christo (78) nach Oberhausen gekommen. Besonders gelobt hatte er, dass sich die Plattform bis zum Schluss strahlend weiß präsentierte. "Das hat allerdings eine intensive täglich Reinigung erfordert", verriet Schmitz. Sympathisch: Christo hatte bei jedem Besuch seinen Dank an die Reinigungskräfte ausrichten lassen. Der Künstler hat übrigens keinen Cent Honorar erhalten. Sein Engagement finanziert er mit dem Verkauf seiner Zeichnungen.Publikum aus aller Welt

Die Schau hat ein internationales Publikum angezogen. 69 Prozent der Besucher kamen aus dem Postleitzahlenbereich 45, 17 Prozent aus Deutschland, 14 Prozent der Besucher aus dem Ausland. Sogar von den Seychellen reisten Gäste an.

Zwölf Prozent aller Besucher besichtigten gleichzeitig die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen. Weitaus mehr gingen allerdings im CentrO bummeln. Durchschnittlich 24,20 Euro gab jeder Besucher (inkl. Eintritt) aus, dadurch entstanden fast zehn Millionen Umsatz.

Doch was wird nun aus dem Air Package? "Die Produktion von Taschen wird es nicht geben", betonte Schmitz. Das sei nicht im Sinne des Künstlers. Aus dem Polyäthylen-Gewebe ließen sich Zelte herstellen, oder es wird recyclt. Die Kuppel behält die Gasometer GmbH, der Stoff wird bei künftigen Ausstellungen Verwendung finden.

Künstler zeigen Interesse

Erfreulicher Effekt: Die Christo-Aktion hat den Gasometer auf die Bühne der Weltkunst befördert. So war das Interesse der Bremer Lichtkunstgruppe "Urbanscreen" geweckt worden. Sie haben schon das Opernhaus Sydney beleuchtet. Ihre Installation wird vom 11. April bis 30. Dezember 2014 die Schau "Der schöne Schein" bereichern. Dort zeigt Kurator Peter Pachnicke die herrlichsten Kunstwerke - von der Nofretete bis zur Botticelli-Venus - in sehr guten Kopien. Sein Ziel: ein "imaginäres Museum der Schönheit".

Gasometer Oberhausen: "Big Air Package", Arenastr. 11, bis 30. Dezember, Di-So 10-18 Uhr, in den Schulferien auch montags geöffnet, geschlossen 24./25.12.

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