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Gardenkamp-Ausbau: Zur Not muss die Stadt enteignen

EICHLINGHOFEN Wenn die Gespräche zwischen der Stadt und Grundtsückseigentümern Am gardenkamp scheitern, droht die Stadt, deren Boden für den Ausbau der Straße zu enteignen.

von Von Peter Bandermann

, 11.09.2008

Der Gardenkamp nach dem Einwohnerinformationsgespräch am Mittwoch im Telegrammstil: Laubfrösche verhindern den Ausbau der Universitätsstraße - Rot-Grün setzt neue Hauptstraße durch - Anwohner müssen Kröte schlucken. Das Einwohnerinformationsgespräch am Mittwoch kam spät. Nicht nur, weil die Stadt und die Ausbau-Gegner des Gardenkamps bis 22 Uhr über die Folgen eines rot-grünen Ratsbeschlusses diskutierten. Spät deshalb, weil die von der Bezirksvertretung anberaumte „Einwohnerinformation“ nach dem im April gefassten Ratsbeschluss kam: Schon im Januar 2009 rollen die Bagger an. Vollendete Tatsachen.

15 500 Autos fahren nach 18 Monaten Bauzeit täglich über den Gardenkamp, der den Verkehrsfluss zwischen der Stockumer Straße und dem Vogelpothsweg bis zur Universität schlucken soll. Mobilitätsplaner Winfried Sagolla vom Planungsamt bestätigte die Sorgen der Ausbau-Gegner unumwunden: „Keine Frage: 15 500 KFZ – das ist eine enorme Belastung.“ Auf einer 1100 Meter langen Strecke, auf der die Stadt im Extremfall noch drei Querulanten mit Enteignungsverfahren aus dem Weg räumen muss.

Verkehrs-Professor und Anwohner Uwe Clausen erkannte „erhebliche Mängel“ in den Plänen und verurteilte sie als „Mahnmal des unbekannten Steuerzahlers“. Kosten dafür: Über 5,5 Mio. Euro. Am Gardenkamp konzentriert die Stadt den Verkehr, wenn sie an der Stockumer Straße in Barop die zurzeit zur Uni führende Ostenbergstraße abklemmt und den Verkehr über Eichlinghofen zum Campus leitet.Zweck und Ziel dieses Manövers: Den Durchgangsverkehr auf der mit 3000 bis 5000 Fahrzeugen überlasteten Ostenbergstraße und den Lehnertweg auf Null zu setzen. Das als „gerecht“ zu verstehen fiel dem Uni-Prof schwer: „Wenn 3000 bis 5000 Fahrzeuge dort nicht zumutbar sind: Warum sind es dann 15 500 bei uns?“ – Hauseigentümer Wilfried Ehmer kritisierte den Ausbau als „rot-grünes Profilierungsprojekt.“ Applaus. Zu 80 Prozent ausgebaut ist die Universitätsstraße, die direkt zum Campus führt. Warum die Stadt die letzten Meter nicht dran hängt, ist für die Anwohner nicht nachvollziehbar. SPD und Grüne wollen diesen ökologischen Eingriff verhindern. Und die Stadt glaubt nicht daran, dass der Ausbau auf den letzten Metern das Verkehrsproblem Uni / Umland löst. Diese Aufgabe soll der Gardenkamp übernehmen. Der Anwohner-Frust spiegelt deren Niederlage: Sie glauben die Wahrheit zu kennen, haben aber keine Mehrheit dafür.