Gasometer Oberhausen kehrt mit spektakulärer Ausstellung zurück

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Im Frühjahr 2021 soll die erste Ausstellung im neu sanierten Gasometer Oberhausen starten. „Das zerbrechliche Paradies“ zeigt die Schönheit und Verletzlichkeit der Erde.

Oberhausen

, 06.10.2020, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch sind die Sanierungsarbeiten des Oberhausener Gasometers in vollem Gange. Bereits seit einem Jahr wird die Außenhülle des 118 Meter hohen Bauwerkes erneuert. Bald schon sollen jedoch hunderttausende Besucher in die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ strömen. Die neue Schau soll im April 2021 eröffnen.

Die Welt aus Sicht der Tiere

„Es geht um die Schönheit der Erde und um die Auswirkungen des menschlichen Tuns“, fasst Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH, die Idee hinter der Ausstellung zusammen.

Das Konzept der Schau geht auf den 2019 verstorbenen Kurator Peter Pachnicke zurück, das nun von Schmitz und Thomas Wolf, langjähriger Mitarbeiter von Pachnicke, umgesetzt wurde.

Jeanette Schmitz, Thomas Wolf (r.) und Nils Sparwasser freuen sich auf die kommende Ausstellung im Gasometer.

Jeanette Schmitz, Thomas Wolf (r.) und Nils Sparwasser freuen sich auf die kommende Ausstellung im Gasometer. © Dennis Görlich

Erzählt wird die Ausstellung aus Sicht der Tiere. Unter dem Motto „Eine Erde – viele Welten“ soll unser Planet mit all seinen Facetten präsentiert werden. Die Besucher begeben sich im Rund unter der Gasdruckscheibe auf eine Reise von den Ozeanen bis in die Berge, wandern vom Nordpol bis in die Wüste, und lernen, wie sich Tiere an das Leben in urbanen Zentren angepasst haben.

Mit virtueller Realität durch den Dschungel

Hochauflösende, meterhohe Fotografien sollen die Gäste zum Staunen bringen. „Viele Bilder, die wir zeigen, sind preisgekrönt“, verrät Jeanette Schmitz.

Mittels virtueller Realität können sich die Besucher als Fledermaus oder Alligator durch den Regenwald bewegen. „Wir gehen davon aus, dass gerade Kinder und Familien sehr viel Spaß daran haben werden“, ist Schmitz überzeugt.

Höhepunkt der Ausstellung wird eine 20 Meter hohe Erdkugel sein, die frei über den Köpfen der Besucher schwebt. Diese war bereits von 2016 bis 2017 das Highlight der Gasometer-Schau „Wunder der Natur“.

Hochaufgelöste Satellitenbilder

Auf die Erde werden unterschiedliche Ansichten projiziert. Die hochaufgelösten Satellitenbilder dafür kommen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Normalerweise sind solche Bilder der Erde nur Astronauten vorbehalten“, weiß Nils Sparwasser vom DLR. „Wir zeigen die Erde jedoch in einer Form, die selbst Astronauten nicht sehen können.“

So sollen nicht nur Sonnenaufgänge gezeigt, sondern auch Meeres- oder Windströmungen visualisiert werden. Sparwasser merkt an: „Es ist keine Kunst, es ist alles echt. Hier begegnen sich Ästhetik und Wissenschaft.“

Auf der oberen Ebene der Schau wird dann der Einfluss des Menschen auf das Ökosystem Erde thematisiert. Auf 20 Globen sollen unterschiedliche menschliche Eingriffe, wie Flugzeugbewegungen oder weltweite CO2-Konzentration aufgezeigt werden.

Zusätzlich werden in Bildern, aber auch in kurzen Filmsequenzen, die Folgen des menschlichen Handelns dargestellt.

Die Vermüllung der Meere ist eines von vielen Problemen, das in der Ausstellung aufgegriffen wird.

Die Vermüllung der Meere ist eines von vielen Problemen, das in der Ausstellung aufgegriffen wird. © Justin Hofman

Perspektiven werden aufgezeigt

„Der Besucher wird sehr viel lernen können, wenn er das möchte“, ist Jeanette Schmitz überzeugt. Die Ausstellung will allerdings nicht nur ermahnen, sie zeigt auch Perspektiven auf. Verschiedene Projekte, die sich dem Naturschutz verschrieben haben, erhalten eine Bühne. Dazu zählt auch die Renaturierungs-Maßnahme der Emscher durch die Emschergenossenschaft. Die ist im kommenden Jahr Hauptsponsor der Ausstellung.

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