GdP zu Clowns: "Das sind schwerste Straftaten"

Interview mit Oliver Malchow

„Clowns“ verbreiten derzeit Angst und Schrecken. Sie tragen Horror-Masken und Waffen und greifen vornehmlich nachts Passanten an. In den vergangenen Tagen sind gleich mehrere Übergriffe unheimlicher Spaßvögel bekanntgeworden, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Darüber sprachen wir mit Oliver Malchow, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Dortmund

von Andreas Herholz

, 22.10.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Täglich neue Angriffe von Horror-Clowns. Maskierte Unbekannte greifen wahllos Menschen an, erschrecken und verletzen sie. Wie reagiert die Polizei auf diese Entwicklung?

In Deutschland ist das ein relativ neues Phänomen. In den vergangenen Jahren hat man das bereits in den USA und im europäischen Ausland beobachtet. Auch wenn es sich hier um als Clowns maskierte Täter handelt, ist das alles andere als komisch. Das sind schwerste Straftaten.

Wer bereit ist, jemandem Todesangst einzujagen, mit dem Messer oder mit einer Kettensäge auf ihn loszugehen, der nimmt Verletzungen oder gar den Tod in Kauf. Das ist kein Schabernack und gehört verfolgt und bestraft. 

 

Was erwartet die maskierten Täter?

Hier müssen sich Menschen bedroht fühlen. Das

kann auch als Körperverletzung verfolgt werden, wenn die Opfer bedrängt und eingeschüchtert werden. Wenn jemand um sein Leben fürchten muss, ist das eine Straftat, auch wenn er nicht körperlich verletzt wird. Wenn hier nur ein Schreck eingejagt wird, ist dies lediglich eine Ordnungswidrigkeit.

Zeugen sollten auf jeden Fall sofort die Polizei rufen. Auch die Opfer sollten sich an die Polizei wenden und Anzeige erstatten, damit mögliche Straftaten verfolgt werden können. Wenn diese Taten nicht geahndet werden, drohen weitere bis hin zu einer ganzen Serie. Jeder muss wissen, dass so etwas nicht ohne Folgen bleibt. Bei jugendlichen Tätern muss man auch die Jugendämter mit einschalten. Das sind keine Clowns, das sind Rowdys und Gewalttäter. Leider werden immer wieder Verfahren zu früh eingestellt.

 

Muss sich die Polizei jetzt angesichts der Übergriffe von Maskierten besonders auf Halloween vorbereiten?

Wir werden die Entwicklung aufmerksam beobachten. Besondere Vorbereitungen wird es aber nicht geben.