Gedenkstelle für Hubschrauberabsturz von 1996 wieder ordentlich

Bundeswehr im Einsatz

Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer eines Hubschrauberabsturzes vor 20 Jahren, doch er war verwahrlost. Jetzt rückte die Bundeswehr an und nahm das Problem in die Hand.

BITTERMARK

, 10.11.2016, 09:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gedenkstelle für Hubschrauberabsturz von 1996 wieder ordentlich

Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.

Nach ziemlich genau drei Jahren steht Adrian Schulenburg mit seinen Kollegen wieder in dem Wald, aus dem sie damals diese Frau vertrieben hatte. Mit ihren Laubbläsern würden sie Insekten töten, hatte die Frau gesagt, das sei hier ein Privatgrundstück, sie sollten sich aus dem Staub machen. Mittwochmorgen also steht Schulenburg wieder in dem Wald, in dem 1996 ein Hubschrauber abstürzte und 13 Menschen starben. "Insekten", sagt er. „Um diese Jahreszeit.“

Die Laubbläser blasen, der Rhododendron ist beschnitten, das Denkmal ist wieder erkennbar. Oberstleutnant Uwe Kort steht auf dem Weg, der durch den Wald und an dem Denkmal vorbeiführt, es regnet ein wenig, aber prinzipiell macht Kort einen zufriedenen Eindruck. Gut sei es, dass hier jetzt wieder Grund reinkommt, das sei man den Angehörigen schuldig und ja, vielleicht habe man sich damals ein wenig voreilig von dem Gelände schicken lassen.

Gedenken an Hubschrauberabsturz

Das Gelände also. Der Ort, an dem 1996 13 junge Menschen starben, weil ein Hubschrauber der Bundeswehr abgestürzt war. Wie sich hinterher herausstellen sollte, war die Unglücksursache ein Pilotenfehler. Die Bundeswehr hatte sich, als ein Gedenkstein aufgestellt worden war, bereit erklärt, den Ort langfristig zu pflegen. Und das auch getan. Bis eben, Schulenberg erinnert sich auch noch an das Datum, es war der 31. Oktober 2013, diese Frau auftauchte.

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Bundeswehr pflegt Gedenkstelle

Ein Stein erinnert an die Opfer eines Hubschrauberabsturzes vor 20 Jahren. Doch der Erinnerungsort war verwahrlost. Jetzt rückte die Bundeswehr an.
09.11.2016
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Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.© Foto: Dieter Menne
Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.© Foto: Dieter Menne
Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.© Foto: Dieter Menne
Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.© Foto: Dieter Menne
Nach ein paar Stunden Arbeit, sah die Gedenkstelle wieder ordentlich aus.© Foto: Dieter Menne

Der Gärtner ist ziviler Angestellter bei der Bundeswehr, er meldete das an seinen Vorgesetzten, der meldete das an seinen Vorgesetzten und der entschied dann, bei einer derartigen Situation die Pflege einzustellen. So wuchs Unkraut über die Steinplatten und der Rhododendron über den Gedenkstein, der 20-jährige Absturztag wurde übersehen und so wäre es vielleicht weitergegangen.

Leserin wollte Zustand nicht mehr akzeptieren

Eine Leserin unserer Zeitung, die dort mit ihren Hunden spazieren geht, wollte den Zustand der Gedenkstelle so nicht mehr akzeptieren und schrieb eine Mail an uns. Nach einiger Recherche stellte sich heraus, dass der Grundstückseigentümer, ein Landwirt, gar nichts gegen die Pflege einzuwenden hat und jene Frau, die die Gärtner vor drei Jahren vertrieb, wiederum nicht über das Gelände zu verfügen hatte.

Seit Mittwoch also ist die Gedenkstelle wieder gepflegt. Und soll es, so Bundeswehrsprecher Kort, auch langfristig bleiben. Herr Schulenburg will mit seinen Kollegen noch einmal vor Totensonntag vorbeikommen, Laub wegblasen, denn dann wird, wie inzwischen berichtet, eine Gedenkveranstaltung an dem Ort stattfinden. 

Der Hubschrauber, eine Bell UH-1D der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung, stürzte am 6. Juni 1996 ab. 13 der 14 Insassen starben. Den Opfern soll am 20. November um 11 Uhr an der Absturzstelle gedacht werden.