Gedenkstunde am jüdischen Mahnmal zum 75. Jahrestag der Pogromnacht

"Niemals vergessen"

Rund 80 Bürger haben am Sonntag am jüdischen Mahnmal an der Kreuzung Dorstfelder Hellweg/Arminiusstraße des 75-jährigen Jahrestags der Reichspogromnacht gedacht.

von Von Sebastian Schulte

, 10.11.2013, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß, Daniel Tsah, Bürgermeister Manfred Sauer und Alexander Sperling (v.l.) am Dorsdtfelder Mahnmal.

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß, Daniel Tsah, Bürgermeister Manfred Sauer und Alexander Sperling (v.l.) am Dorsdtfelder Mahnmal.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1939 wurden in Deutschland - auch in Dortmund und dem Stadtteil Dorstfeld - jüdische Geschäfte zerstört, Synagogen in Brand gesteckt und Menschen inhaftiert. "Sechs Millionen Menschen sind damals ermordet worden", erinnerte Alexander Sperling, Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde in Dortmund, in seiner Ansprache. "Dies darf niemals wieder passieren!" Man dürfe nicht still sein, müsse weiterhin gedenken und niemals vergessen, appellierte er an alle Bürger.

"Fühlen uns wohl"

Doch Sperling reichte auch die Hand zur Versöhnung, pries ausdrücklich die Mehrzahl der Menschen in Deutschland als "weltoffene zivile Gesellschaft".

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bilder von der Dorstfelder Gedenkfeier

Auch in diesem Jahr gab es in Dorstfeld eine Gedenkfeier. Erinnert wurde an die Pogromnacht im Jahr 1938, der so genannten "Reichskristallnacht".
10.11.2013
/
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
10.11.2013 Dortmund Dorstfeld - Gedenkstunde am juedischen Mahnmal Arminiusstr Dorstfeld mit Polizei vor Ort - 
Copyright Stephan Schuetze -© Foto: Stephan Schütze
Bilder von der Gedenkstunde am Dorstfelder Mahnmal.© Foto: Stephan Schütze
Schlagworte
Anders als die am vergangenen Freitag veröffentlichen Ergebnisse einer Umfrage, nach der viele Juden in Europa sich um den ihrer Meinung nach wachsenden Antisemitismus sorgen, sagte Sperling: "Wir fühlen uns wohl in Dortmund."

Darin sieht er im anschließenden Gespräch mit dieser Zeitung keinen Widerspruch: "Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft ein Tabu" - bis auf "gewisse Gesellschaftskreise", die aus "arabischsprachigen Ländern" stammen würden. Dabei sei eine Kritik Israels durchaus erlaubt. Dennoch: "Früher wurden antisemitische Drohbriefe anonym abgeschickt, heute kommen sie mit Namen und Anschrift." Doch die Neonazis entlang der Rheinischen Straße in Dorstfeld würden dabei "keine Rolle" spielen.

"Gedenken weitergeben"

Für Bürgermeister Manfred Sauer, der dem Kantor der jüdischen Gemeinde für sein gesungenes Klagelied dankte, ist der 9. November ein beklemmender Jahrestag. "Deutschland hat die sich daraus ergebende Verantwortung angenommen." Er verwies auf die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, die die Stadt auch dafür ins Leben gerufen hat. Friedrich Fuß, Bezirksbürgermeister der Innenstadt-West, mahnte an, das Gedenken an die nächste Generation weiterzugeben.