Gefährlicher Abhang nach Rodungsarbeiten

Tunnelweg

Der Abhang hat es in sich: Gut zehn Meter geht es relativ steil bergab in Richtung Schienen. Für Fußgänger und Radfahrer, die den Tunnelweg zwischen der Aplerbecker-Mark-Straße und der Brücke Exzellenzstraße nutzen, durchaus eine Gefahrenquelle.

APLERBECKER MARK

, 03.09.2014, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gefährlicher Abhang nach Rodungsarbeiten

Rechts der Tunnelweg, links die Bahntrasse. Nach den Vegetationsarbeiten an der Böschung besteht die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer, auch ohne eigene Schuld auf die Schienen zu stürzen. Ein Zaun ist hier nicht vorhanden.

Bahnanlagen dürfen grundsätzlich nicht betreten werden.

Das widerrechtliche Betreten kann als Ordnungswidrigkeit verfolgt und geahndet werden. 

Erst als die Deutsche Bahn im Frühjahr dieses Jahres Grünschnittarbeiten anordnete und Bäume und Sträucher am Tunnelweg auf einer Strecke von rund 150 Metern rigoros kürzen ließ, trat die Gefahrenquelle hervor. Vor allem im Winter könnte es zu gefährlichen Situationen kommen, so Jan Gravert, Fraktionssprecher der SPD in der Bezirksvertretung Aplerbeck. „Es ist eine ganz alte Forderung seitens der SPD gewesen, dass der Weg hier entlang der Gleise abgesichert ist“, so der Sozialdemokrat. „Zumal es sich hier um einen Schulweg handelt.“ Die Bahn habe hier einen regelrechten Kahlschlag betrieben, und jetzt gestalte sich die Angelegenheit als ein akutes Sicherheitsproblem für Fußgänger und Radfahrer. Dabei müssen diese noch nicht einmal bewusst den Abhang betreten. Ein Sturz oder ein Stolpern könnte böse Folgen haben.

Halt gibt es, geht es hier erst einmal bergab, wenig. Das Problem an der ganzen Sache: Der Fußweg ist städtisches Eigentum, der Hang gehört der Deutschen Bahn. Und die zeigt sich ziemlich uneinsichtig, was die Sicherheitsfrage angeht. Es sei allgemein bekannt, dass Bahnanlagen nicht betreten werden dürften, so ein Bahnsprecher. Die DB Netz AG sei als Infrastrukturunternehmen für Betriebsanlagen der Eisenbahn verpflichtet, den Betrieb sicher zu führen und ihre Anlagen in einem guten und betriebssicheren Zustand zu halten.

Eine gesetzliche Vorgabe sehe eine Einfriedung von Bahntrassen nicht vor. „Wir setzen uns dafür ein, dass das Thema ‚Gefahren an Bahnanlagen‘ im Verkehrsunterricht in Kindergärten und Schulen berücksichtigt wird. Jeder Erwachsene, der insbesondere spielende Kinder in der Nähe von Bahnanlagen antrifft, sollte diese auf die Gefahren hinweisen und eingehend ermahnen“, so ein Bahnsprecher. Wenn die Kommune aber auf ihre Kosten einen Zaun errichten wolle, sei die DB Netz AG zu Gesprächen bereit. „Für mich hört sich das nach einer billigen Ausrede der Bahn an“, sagt Jan Gravert. So einfach könne man sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Auf Antrag der SPD hat die Bezirksvertretung eine Überprüfung der Situation gefordert. „Wir möchten auch wissen, was so ein Zaun kosten würde“, so Gravert. „Aber es kann nicht sein, dass wir am Ende die Kosten tragen müssen.“

Bahnanlagen dürfen grundsätzlich nicht betreten werden.

Das widerrechtliche Betreten kann als Ordnungswidrigkeit verfolgt und geahndet werden. 

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