Gefahr gestoppt: Rabbiner darf erst einmal bleiben

Ausreise-Aufforderung vom Tisch

Die akute Gefahr ist gebannt: Der ehemalige Rabbiner der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, Dr. Moshe Navon, muss in den nächsten Wochen und Monaten nicht mehr mit seiner Abschiebung rechnen. Das wurde Donnerstag am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bekannt.

BOCHUM

von Von Jörn Hartwich

, 10.09.2010, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Moshe Navon und seine Frau Miriam.

Dr. Moshe Navon und seine Frau Miriam.

Das Ausländeramt der Stadt Bochum hat in nicht öffentlicher Sitzung zugesagt, die ausgesprochene Ausreise-Verfügung vorerst nicht mit Gewalt durchzusetzen. "Die Vollziehung der Verfügung ist ausgesetzt", sagte ein Sprecher des Gerichts. Nach Ansicht der Stadt bestehe zurzeit kein überwiegendes öffentliches Interesse, dass Dr. Moshe Navon kurzfristig abgeschoben werde.Entscheidung im Hauptprozess Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben. Über die Zukunft der Familie soll nun im Hauptprozess entschieden werden. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest. Wahrscheinlich ist jedoch, dass bis dahin noch einige Monate vergehen werden. "Die zuständige 8. Kammer ist sehr beschäftigt", hieß es am Verwaltungsgericht.Kein ausreichendes Auskommen Dr. Moshe Navon hat daher vor allem Zeit gewonnen. Die Ausreiseverfügung (ursprünglicher Termin: 15. August) wurde schließlich nur ausgestellt, weil der ehemalige Rabbiner (2008 bis 2009) angeblich kein ausreichendes Einkommen nachweisen konnte, um den Unterhalt seiner Familie (Ehefrau, vier Kinder) zu sichern. Das kann sich bis zum Prozess natürlich ändern.Lehraufträge Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten hatte er schon im August angekündigt, dass er für das kommende Wintersemester unter anderem Lehraufträge an der Ruhr-Universität, der Evangelischen Fachhochschule und dem Jüdischen Institut der Heinrich-Heine-Universität (Düsseldorf) habe.