Gefühlschaos am Bahnsteig

Ein Bild, das sich gestern sicherlich nicht nur in Bochums Hauptbahnhof bot. Denn nicht nur dort überraschte der von den Gewerkschaften Transnet und GDBA ausgerufene Warnstreik von 5 bis 9 Uhr nicht wenige Reisende auf überraschtem Fuß.

03.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bild, das sich gestern sicherlich nicht nur in Bochums Hauptbahnhof bot. Denn nicht nur dort überraschte der von den Gewerkschaften Transnet und GDBA ausgerufene Warnstreik von 5 bis 9 Uhr nicht wenige Reisende auf überraschtem Fuß.

Unvorbereitet

«Ich muss nach Hannover. Von dort aus geht unser Flug nach Bulgarien», sagte Stephanie Muth leise, während ein Servicemitarbeiter sich darum bemühte, eine schnellstmögliche Lösung für die Bochumerin und ihre beiden Söhne zu finden.

«Wir haben getan was wir konnten, um die Auswirkungen für unsere Kunden möglichst gering zu halten», betont Klaus Schmidt, Leiter der Verkehrsstation Bochum, als die ersten Züge langsam wieder im gewohnten Rhythmus im Hauptbahnhof eintrafen und von dort aus losrollten. «Vom Morgen bis in die Mittagsstunden hatten die Fahrgäste die Möglichkeit auch mit einem Nahverkehr-Ticket sämtliche Züge im Fernverkehr zu nutzen.»

Eine eher kurze Wartezeit mussten Demir Sülymann und Cafer Dogun auf sich nehmen. Sie hatten erst vor Ort vom Streik erfahren und waren entsprechend unvorbereitet. «Wir wissen nicht wann der nächste Zug kommt. Vielleicht um zehn nach, vielleicht auch erst um halb zwölf», so Sülymann.

Gelassen sahen Anna Derriks und Svea Machart die Arbeitsniederlegung. «Wir sind nicht unter Zeitdruck», so die beiden Freundinnen, die aus Zufall in Bochum aufeinander trafen. Gewartet wurde dann halt gemeinsam. Auch wenn Derriks eigentlich gar nicht mit dem Zug weiter musste, sondern sich eher aus Solidarität mit ihrer Freundin auf dem Bahnsteig die Zeit vertrieb. «Ich nehme gleich die Straßenbahn», lachte die trotz allem gut gelaunte Hattingerin. Sie konnte die gemischten Gefühle der anderen Wartenden jedoch sehr gut verstehen: «Bei 40 Minuten Verspätung und unter Zeitdruck wäre ich ganz sicher auch schlechter gelaunt.»

Trotzdem gelassen

Hintergrund des Warnstreiks sind die Forderung der Transnet und GDBA nach sieben Prozent mehr Lohn. Die GDL fordert 30 Prozent und einen Tarifvertrag für Lokführer und Zugbegleiter. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen. VeH

Weitere Informationen im Streikfall gibt es unter der kostenlosen Hotline (0800) 996633 oder online unter www.bahn.de