Geiselnahme in der JVA Münster: Ermittler stehen noch ganz am Anfang

Geiselnehmer erschossen

Obwohl er in wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden wäre, hat ein Häftling in Münster eine Geisel genommen, um seine Flucht zu erpressen. Er wurde getötet. Der Fall gibt Rätsel auf.

Münster

18.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitarbeiter der Spurensicherung vor dem Eingang der Justizvollzugsanstalt JVA Münster.

Mitarbeiter der Spurensicherung vor dem Eingang der Justizvollzugsanstalt JVA Münster. © picture alliance/dpa

Nach der Geiselnahme in einem Gefängnis in Münster dauern die Ermittlungen an. Das Motiv des Geiselnehmers sei noch immer unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ermittlungen zu der Tat stünden noch ganz am Anfang. Auch der Polizeieinsatz, bei dem der Geiselnehmer ums Leben gekommen war, werde geprüft. Derzeit gebe es allerdings keinen Anhaltspunkt, dass der Schusswaffengebrauch der Polizei nicht gerechtfertigt gewesen sei.

Auszubildende mit Rasierklinge bedroht

Der 40 Jahre alte Häftling hatte am Freitagmorgen eine Auszubildende überwältigt und mit einem aus einer Rasierklinge gefertigten Gegenstand bedroht. Spezialisten der Polizei versuchten, mit dem Mann zu verhandeln. Immer wieder habe der Häftling aber seiner 29 Jahre alten Geisel die Klinge an den Hals gehalten und gedroht, sie zu töten. Er forderte einen Hubschrauber, um aus der JVA zu fliehen.

Täter starb noch vor Ort

Weil der 40-Jährige einen psychisch unberechenbaren Eindruck machte, setzten die SEK-Beamten nach rund drei Stunden bei der Befreiung der Geisel eine Schusswaffe ein. Der Täter starb noch vor Ort. Der Mann saß eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ab. Nach Angaben des NRW-Justizministeriums wäre er bereits im November wieder entlassen worden.

dpa

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