Gelber Stoff für Christo kommt aus Greven

Projekt in Italien geplant

Übers Wasser wandeln? Christo macht es möglich. Im Juni 2016 wird er eine Verbindung zwischen zwei Inseln auf dem Iseo-See in Italien schaffen. Und dabei hilft ihm - wieder einmal - eine Firma aus dem münsterländischen Greven.

GREVEN

, 06.08.2015, 22:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gelber Stoff für Christo kommt aus Greven

Klaus Struffert, Geschäftsführer von Setex, und Projektleiterin Diana Göcke zeigen das Gewebe.

"The Floating Piers" - also in etwa "schwimmende Stege" - heißt das Spektakel, das der Künstler vm 18. Juni bis 3. Juli 2016 plant. Zum vierten Mal unterstützt ihn dabei ein Unternehmen aus Greven: die Firma Setex-Textil, in der die ehemals eigenständige Schilgen GmbH aufgegangen ist. Diesmal webt die Firma ein dahliengelbes Polyamid-Gewebe. "Das ist ein richtiger Blickfang in unserer Halle", freut sich Projektleiterin Diana Göcke. "Sonst produzieren wir ja eher in neutralen Farben, und hinterher sind unsere Gewebe meist gar nicht sichtbar." So ist das eben, wenn eine Firma technische Textilien wie Filter oder stabilisierende Gewebe für Kunstrasen herstellt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Christo-Projekt "The Floating Piers"

05.08.2015
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Recherche auf dem Iseo-See in Italien: Christo (2. von links), Konstruktions-Direktor Rossen Jeliaskov (r.), Filmemacher Antonio Ferrera (l.) und Vladimir Yavachev im September 2014.© Foto: Wolfgang Volz/Copyright Christo 2014
Der idyllisch gelegene See von oben.© Foto: Wolfgang Volz
Dieses Bild zeigt die Stadt Sulzano im Vodergrund und die beiden Inseln im See. Alle drei Punkte wird das Projekt miteinander verbinden. © Foto: Wolfgang Volz
Auch Sulzano selbst ist ein wunderschönes Städtchen.© Foto: Wolfgang Volz
Die Zeichnung "The Floating Piers" zeigt, wie Christo sich das Projekt vorstellt.

© Photo: André Grossmann Copyright Christo 2015
Die Besucher werden über den 16 Meter breiten Steg laufen dürfen, ein Eintritt wird nicht erhoben.© Foto: André Grossman/(Copyright Christo 2015
Aus einer dahliengelben Kunstfaser wird das Gewebe für das Projekt in Greven gewebt.© Foto: Tobias Patzkowsky / Sputnik GmbH
Schon die Garnrollen sind ein Hingucker.© Foto: Tobias Patzkowsky / Sputnik GmbH
Die Produktion bei der Firma Setex-Textil wird sogfältig überwacht.© Foto: Tobias Patzkowsky / Sputnik GmbH
Eine Webmaschine wird bis in den Spätherbst nur den Christo-Stoff herstellen. © Foto: Tobias Patzkowsky / Sputnik GmbH

Für Christo hatte das Unternehmen erst einmal Muster in Dahliengelb und Sonnengelb hergestellt (Göcke: "Der Laie sieht da keinen großen Unterschied"). Wolfgang Volz, Künstler und enger Mitarbeiter Christos, hatte dem Meister die Proben vorgelegt. Christo entschied sich für das Dahliengelb, das ist die RAL-Farbe 1033.

90.000 Quadratmeter werden gewebt

Gewebt werden 90.000 Quadratmeter, strapazierfähig und leuchtend. Sie gehen nach der Produktion zur Lübecker Firma "Geo - Die Luftwerker", die im Gasometer Oberhausen schon den größten Mond auf Erden und Christos "Big Air Package" verwirklicht hatten. In Lübeck wird der Stoff zugeschnitten, so dass er in Italien um die 200000 Luftfässer gewickelt und zu Wasser gelassen werden kann. Damit sich niemand Souvenirs abschnippelt, wird es Stoffstückchen für die Besucher geben. Und die erwartet ein Erlebnis: Sie werden in einem drei Kilometer langen Spaziergang von Sulzano zur großen Insel "Monte Isola" laufen und das kleine Eiland San Paolo umrunden können.

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