"Genetisches Wunder" verlängert Vertrag

TV Wattenscheid 01

36 Jahre ist er jung - aber kein bisschen müde, kein bisschen träge. Alexander Kosenkow wird auch im nächsten Jahr wieder auf der Tartanbahn stehen. Oder besser: über die Bahnen der Republik sprinten.

WATTENSCHEID

07.11.2013, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alexander Kosenkow hat seinen Vertrag beim TV Wattenscheid verlängert und möchte bei der EM in Zürich starten.

Alexander Kosenkow hat seinen Vertrag beim TV Wattenscheid verlängert und möchte bei der EM in Zürich starten.

Seinen Vertrag beim TV Wattenscheid 01 hat der Altmeister jetzt vorläufig um ein Jahr verlängert. Sein Karriereende sieht der Staffel-Vize-Europameister von 2012 noch lange nicht nahen. Und so schickt Kosenkow gleich eine Kampfansage an den staunenden Nachwuchs: "Ein Arzt hat mir gesagt, dass ich ein genetisches Wunder bin. Ich kann das bis 42 machen!"

Einfach war das aktuelle Jahr nicht für den Mann, der seit Ewigkeiten fester Bestandteil der Sprintszene ist. Im Winter ein eingeklemmter Nerv im Schulterbereich, im Sommer ein Muskelfaserriss und ein Sehnenanriss in der Kniekehle. Als er in letzter Sekunde auf den WM-Zug Richtung Moskau aufspringen wollte, war er in einem "Ausscheidungsrennen" zwar erfolgreich - doch dieses Rennen war ohne Bedeutung. Der Sportler als Opfer der Bürokratie, aber Kosenkow hat sich damit abgefunden.

"Fühle mich topfit"

"Ich hatte dieses Jahr richtig Pech", sagt der Olympia-Fünfte mit der DLV-Staffel des Jahres 2008, aber "ich bin jetzt seit fünf Wochen in der Vorbereitung, fühle mich topfit. Bei der Bundeswehr steht keine kräftezehrende Ausbildung an, so dass ich mich voll auf den Leistungssport konzentrieren kann."

Alles wolle er im kommenden Jahr mitmachen, betont er. Die Hallensaison, die Freiluftsaison, und natürlich insbesondere das internationale Highlight 2014, die Europameisterschaft in Zürich. Natürlich wird Kosenkow versuchen, wieder Bestandteil der Nationalstaffel zu werden. "Ich möchte auf jeden Fall in die Staffel, am besten auf Position drei", stellt der vielfache Deutsche Meister klar.

Auch eine Kampfansage an seinen Wattenscheider Vereinskollegen Julian Reus? Mit Augenzwinkern, aber durchaus ernst sagt Alexander Kosenkow: "Julian kann ich mir auch auf eins vorstellen. Er ist ein prädestinierter Starter."100 Meter sind wichtiger

Ob 2014 die 100 oder die 200 Meter bei Kosenkow im Vordergrund stehen, ist bislang noch nicht recht klar. "Mal läuft es da besser, mal da", sagt er aus langjähriger Erfahrung, "ich werde auf beiden Strecken angreifen. Für die Staffel sind unter dem Strich natürlich die 100 Meter wichtiger."

Mit Alexander Kosenkow ist also auch 2014 wieder zu rechnen. "Und nach jetzigem Stand ist das noch nicht das letzte Jahr", beruhigt der Wattenscheider seine Fans.