Geplante Biogasanlage im Bebbelsdorf spaltet die Gemüter

Info-Abend

Erst Ende Juli hat der Entsorger AHE den Kooperationsvertrag mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis unterschrieben, um eine Biogas-Anlage hinter der Müllumladestation Bebbelsdorf aufzubauen. Die CDU hatte Mittwoch zu einem Informationsabend in die Sportlerklause eingeladen, bei der Bürger ihre Bedenken äußerten.

STOCKUM

von Von Barbara Zabka

, 26.08.2011, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50 Bürger waren gekommen – auch um ihre Sorgen kund zu tun. AHE-Geschäftsführer Klaus Erlenbach und Andreas Kaptur erläuterten das Konzept. „Wir haben ganz strenge Genehmigungsauflagen, so dass keine zusätzlichen Belastungen für Anwohner und Umwelt entstehen“, betonte Erlenbach: „Und diesen Verpflichtungen werden wir uns stellen.“

Befürchtungen

Trotzdem wurde er in Stockum mit manch kritischer Meinung konfrontiert. Geruchsbelästigung, erhöhter Lärm und Abgase, ein höheres Verkehrsaufkommen. Heute findet die Anlieferung für den Bio-Müll noch unter freiem Himmel statt. Das soll sich in Zukunft ändern. Das Konzept der Biogas-Anlage ist ein in sich geschlossenes System. Der Bio-Müll wird in einer Halle abgeladen. Wenn sich die Schnell-Lauftore öffnen, dann tritt sofort ein „Torluftschleier“ in Aktion. Er soll verhindern, dass Gestank oder Abluft nach außen treten können.

Verunreinigung kostet

Dann wird das Material zerkleinert, damit die Bakterien eine möglichst große Angriffsfläche haben. „Da muss man sehen, wie hochwertig der Biomüll ist. Es gehört natürlich kein Kunststoff oder anderer Unrat rein“, erläuterte Andreas Kaptur. „Da kann man nur an die Eigenverantwortung des einzelnen Bürgers appellieren. Versauter Biomüll verursacht zusätzliche Kosten.“

Brauchbares Biogas entsteht nicht durch Kompostierung, sondern nur durch Fermentierung. „Man muss den Sauerstoff aus diesem Prozess herausnehmen“, erläutert Andreas Kaptur. Das wird in der Anlage ein so genannter Pfropfenstrom-Reaktor erledigen. „Der läuft mit einer Temperatur von 55 Grad und ist auf 21 Tage ausgerichtet. Danach sind alle Keime tot.“Gigantisches Rührwerk Im Fermenter der neuen Biogasanlage im Bebbelsdorf wird sich ein gigantisches Rührwerk befinden. Es befördert die Biomasse vom Eingang bis zum Ausgang. Die Anlage läuft rund um die Uhr. Entweichende Gase soll ein geschlossener Biofilter am Abluftkamin abfangen. Die Experten rechnen mit zwei zusätzlichen LKW-Transporten täglich im Bebbelsdorf, wenn die Anlage in Betrieb ist.Zufahrt zwischen Betrieben „Die Zufahrt wird zwischen den beiden Betrieben am oberen Ende des Geländes sein. Wartende LKW stehen künftig auf dem Betriebsgelände und sind kein Verkehrshindernis mehr“, erläuterte AHE-Geschäftsführer Klaus Erlenbach am Mittwoch. Für brennende Fragen habe er immer ein offenes Ohr, versprach er den Bürgern bei der Informationsveranstaltung.

„Wir leiden heute schon unter der Umladestation“, beklagte sich eine Anwohnerin bei ihm. „Manchmal stinkt es zum Himmel. Dann wieder plumpsen nach 22 Uhr noch Container von den LKW.

Haltestelle oft blockiert

Und in den Morgenstunden ist die Bushaltestelle Walfischstraße meistens schon von LKW blockiert.“ Auch der Zustand der Straße Bebbelsdorf sei schauderhaft. „Eher eine Schotterpiste“, ergänzte eine Stimme aus dem Publikum. Viele Themen brachten die Bürger ins Gespräch, die allerdings mit der Umladestation in Zusammenhang stehen. Die aber mit der geplanten Biogas-Anlage nichts zu tun haben. „Die Anlage ist gut, aber am falschen Standort“, rief ein Bürger dazwischen. Klaus Erlenbach versprach am Ende, sich persönlich um die offensichtlich bestehenden Probleme zu kümmern.