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Gerburg Jahnke und Gäste kommen nicht ohne Männer aus

Zeltfestival Ruhr

Frauen können nicht ohne Männer. Auch nicht auf der Bühne. Das bewiesen am Freitagabend Gerburg Jahnke und ihre vier Kabarett-Kolleginnen Nessi Tausendschön, Katie Freudenschuss, Barbara Kuster und Lisa Feller auf der Bühne des sehr gut gefüllten Sparkassenzeltes.

BOCHUM/WITTEN

von Von Benjamin Hahn

, 01.09.2013
Gerburg Jahnke und Gäste kommen nicht ohne Männer aus

Nessi Tausendschön als ihr alkoholisierter Schutzengel macht sich lustig über die Schutzengel der Bundespolitiker.

Es begann mit einer kleinen Provokation. Vielleicht gerade einmal zwei Minuten auf der Bühne, fragt Gerburg Jahnke das Publikum, ob sie nun eigentlich in Bochum oder Witten sei. Sie als Oberhausenerin würde Bochum noch mit zum Ruhrgebiet zählen, Witten jedoch sei schon Land. Wer so eröffnet, der hat keine Berührungsängste.

Umso erstaunlicher, dass sich Gerburg Jahnke in ihren Beiträgen an diesem Abend manchmal etwas ziert. Dann zum Beispiel, wenn es um Sex geht. Dass die unterhaltsam polternde Ruhrgebietlerin plötzlich ihre damenhafte Zurückhaltung entdeckt, ist nicht so richtig glaubwürdig. Spaß macht es trotzdem, aber angesichts der Offenheit einer Nessi Tausendschön und ihrer „Vögel-Weltmeisterschaft-Berichterstattung“ wirkt das Konzept des Abends – mal sehr deutlich, dann eher verschlossen über Sex zu reden – doch etwas konfus.Irritierend ist auch, wie sehr sich die Welt der Frauen um das „starke Geschlecht“ dreht: Die fünf Komikerinnen können noch so emanzipiert tun, am Ende handeln ihre Programme doch fast immer von Männern. Zwar werden Witze über den „alten Sandsack“ daheim auf der Couch gemacht und frau amüsiert sich über männliches Imponiergehabe, dennoch aber bleibt der Mann die inhaltliche Stütze und damit das Rückgrat des weit über zwei Stunden langen Abends.

Dabei können Frauen auch über etwas anderes reden als Kerle und Übergewicht, wie Barbara Kuster beweist.  Der Auftritt der selbst ernannten Bundespräsidentin beginnt ein wenig stockend, dann fängt sie sich, singt zwei sehr amüsante Chansons, bevor sie schließlich ihre erste politische Rede hält. Und die ist ein Highlight.

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Gerburg Jahnke und Gäste beim ZFR

Gerburg Jahnke hatte eingeladen und ihre vier Kabarett-Kolleginnen Nessi Tausendschön, Katie Freudenschuss, Barbara Kuster und Lisa Feller kamen gerne. Im gut gefüllten Sparkassenzelt sorgten die Damen für ein Programm mit versteckten Spitzfindigkeiten und jeder Menge Männerwitzen.
01.09.2013
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Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Gerburg Jahnke hat eingeladen - und vier ihrer Kolleginnen und ein voll besetztes Sparkassenzelt kamen.© Benjamin Hahn
Schlagworte Bochum

Sarkastisch und auch ein wenig zynisch rechnet sie ab mit Deutschland und der EU und übersteigert die jeweiligen Klischees. In jedem Satz ein Witz, manchmal so subtil, dass das Publikum nicht jede Spitzfindigkeit mitbekommt.

Die anderen Künstlerinnen müssen sich aber nicht hinter Kuster verstecken. Während Katie Freudenschuss in schönen Liedern beklagt, dass sie nie eine weltberühmte Sängerin werden kann, weil sie kein dünnes Mädchen mit Kulleraugen aus Schweden ist, erzählt Lisa Feller Anekdoten aus ihrem Leben als junge Mutter. Das ist nicht für alle im Saal gleichermaßen nachvollziehbar, aber es rundet das Programm schön ab. So ist an diesem Freitagabend für jeden Freund weiblicher Komik etwas dabei und das Publikum verlässt nach über zwei Stunden zufrieden das große Zelt.